Ohne Nebenwirkungen #29 - Placebo Effekt
Shownotes
Wie stark beeinflussen Erwartungen unseren Körper? In dieser Podcastfolge tauchen Pharmaziestudentin Jelena Knapp und Apothekerin Alexandra Mandl in die faszinierende Welt des Placebo-Effekts ein. Von historischen Experimenten über moderne Hirnforschung bis hin zur Rolle von Sprache, Ärzten und Medikamenten: Warum können allein Worte Schmerzen auslösen oder lindern? Und weshalb wirken manche Scheinbehandlungen überraschend gut? Ein spannender Einblick in die Macht von Erwartungen, Medizin und menschlicher Wahrnehmung.
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Antenne Steiermark - Meine Hits. Meine Steiermark.
Transkript anzeigen
00:00:00: Ich glaube, viele von euch haben es schon gemacht.
00:00:02: Ihr nehmt eine Tablette gegen Kopfschmerzen und kurz danach fühlt ihr euch besser!
00:00:07: Aber was wenn die Tablette gar keinen Wirkstoff hatte?
00:00:10: Warum kann allein der Glaube an Heilung echte Veränderungen im Körper
00:00:15: auslösen?!
00:00:15: Unser Thema in dieser Podcastfolge – Der Placeboeffekt.
00:00:24: Bei mir zu Gast sind Alexandra Mandel.
00:00:28: Hallo Roland, schön dass ich wieder mal da sein darf.
00:00:31: Und Famazistudentin Jelena Knab?
00:00:33: Hallo!
00:00:34: Ich freue mich auch das ich wieder dabei sein darf.
00:00:36: Schön, dass ihr hier seid.
00:00:38: Alexandra was versteht man eigentlich unter der Bezeichnung Placebo-Effekt?
00:00:42: Ja also der Placebo Effekt ist sozusagen der Behandlungserwartungseffekt ein sehr sperriges Wort und es ist einfach eine Therapie mit nix Oder vielleicht eine Therapie mit etwas, was nicht wirken sollte.
00:00:58: Ohne pharmakologische Wirkung sorgt man so schön oder Scheinbehandlung und die Antwort, die hoffentlich positive Antwort des Körpers und des Patienten ist dann eben eine Reaktion auf diese Behandlung.
00:01:11: Placebo kommt vom Lateinischen das heißt ich werde gefallen und der Placebo-Effekt ist eigentlich schon ganz lang bekannt aus der Antike
00:01:22: Und da muss man sich nur traditionelle Rituale von zum Beispiel Medizin, Männern, Frauen oder Schamanen vorstellen.
00:01:30: Die ist schon damals einfach ein quasi riesen Aufwand gemacht haben um gewisse Krankheiten zu heilen und dieses Ritural hat dann am meisten eine große Wirkung gehabt und das es einfach durch die Erwartungshaltung, dass es hilft wird es danach oft besser auch wenn wahrscheinlich den Menschen damals das noch gar nicht so bewusst war, dass das vielleicht nur eben diese Erwartungshaltung ist und jetzt nicht wirklich Effekt von diesem Ritual.
00:01:59: Und wann hat dann die moderne Placeboforschung gestartet?
00:02:03: Die Moderne Placeboforschung hat mit dem Zweiten Weltkrieg gestartet, es durch den amerikanischen Arzt Henry Becher quasi... entdeckt worden.
00:02:14: zum ersten Mal dann und wirklich benannt, nämlich der hat in einem Lazarett gearbeitet mit vielen verwundeten Soldaten.
00:02:21: Und heute halt versucht diese bestmöglich zu behandeln und nach der Zeit ist das Moaphirm ausgegangen.
00:02:28: In seiner Verzweiflung irgendwie den Soldaten helfen zu wollen, hat er statt Moaphirmen eine Kochsalzlösung verabreicht.
00:02:37: Mal schauen quasi.
00:02:39: und es war aber dann das Resultat tatsächlich, dass fast mehr als die Hälfte von den Soldaten berichtet hat.
00:02:46: Dass sie Schmerzen besser waren oder dass sie sogar symptomfrei sind einfach nur durch diese Kochsalzlösung.
00:02:53: Und ich heiße nicht Mediziner gehts davon aus, dass Kochsalznösungen eigentlich nichts bringt?
00:02:57: Das
00:02:57: bringt sich gegen schwere Schmerze weil man sich vorstellt verwundete Soldaten also die haben jetzt auch nicht irgendwelche Einbildungen, sondern wirklich Verletzungen bringt sehr.
00:03:09: Kochsalzlösung normal nicht.
00:03:11: Spannend!
00:03:12: Also ja und basierend auf diese Beobachtung hat dann auch der Herr Bächler, in den ersten Publikationen zu Placebo veröffentlicht.
00:03:22: Okay, Alexandra wie kommt ein Placebo-Effekt eigentlich zustande?
00:03:26: Ja
00:03:26: also ganz genau weiß man das nicht.
00:03:28: Das ist eines der großen Rätsel der Heilkunde aber er dürfte nicht nur auf Einbildung beruhen sondern es scheint da wirklich neurobiologische Effekte zu geben die sich im Gehirn abspielen.
00:03:42: Es kann doch sehr unterschiedliche Mechanismen geben die man da möglicherweise in Anbetracht zieht und das ganze kann auch sehr spezifisch sein.
00:03:52: Also man kann sogar bei bildgewenden Hirnscans zum Beispiel feststellen, dass es zur Ausschüttung von Körpereigern und Opioiden also das sind Stoffe die den Schmerz unterdrücken kommt.
00:04:02: Das ist wahrscheinlich auch eine der Erklärungen warum das damals im Zweiten Weltkrieg geholfen hat.
00:04:08: Es gibt aber auch Studien zu Parkinson.
00:04:11: da ist dann unser Transmittersystem vor allen Dingen des Dopaminärgesystems, das ist auch das Belohnungssystem irgendwie beteiligt Und es können aber sogar Organe beeinflusst werden.
00:04:23: Zum Beispiel die Magenaktivität, den Effekt kennt ja glaube ich jeder zum Beispiel auch mit den Magensäften.
00:04:29: wenn man ein ganz leckeres Essen sieht dann rinnt einem ja gleich das Wasser im Mund zusammen oder wenn man sich über irgendetwas ärgert dann geht der Blutdruck drauf und ähnlich so kann man auch dem Placeboeffekt ein bisschen interpretieren.
00:04:45: Grundsätzlich ist es aber von Person zu Person verschieden.
00:04:48: Also sensible Personen scheinen da anscheinend besser drauf zu reagieren.
00:04:53: Es kommt auch auf die Einstellung der Patienten und Patientinnen darauf an, und auch auf das was sie sich von einer Therapie erwarten.
00:05:02: Und auch die Interaktion zum Behandler also wie Sie sich mit dem Arzt oder Ärztin oder in unserem Fall mit der Apothekerin und dem Apothekar verstehen dürfte da auch damit zu tun haben.
00:05:13: Wenn man beruhigend mit fühlen wirkt dann kommt es wahrscheinlich besser an Und es ist auch das medizinische Umfeld, also ein Land, dass man in einem Krankenhaussetting ist.
00:05:23: Da wird die Behandlung dann schon einmal besser wirken als wenn man zu Hause etwas selbst vornehmt.
00:05:29: Wahrscheinlich!
00:05:31: Welche Rolle spielt Placeba eigentlich in klinischen Studien und wie läuft das genau ab?
00:05:35: In klinischer Studien sind jetzt... mittlerweile randomisierte Placebo kontrolliertes Studium der Goldstandard.
00:05:42: Das heißt, es wird kein Medikament mehr am Markt gebracht ohne dass so eine randomisierte Placebo-Studie durchgeführt worden ist.
00:05:49: und das rennt folgendermaßen ab die Patienten werden zufälligerweise auf zwei Gruppen aufgeteilt und dann hat die eine Gruppe kriegt ein Placebo,
00:05:59: d.h.,
00:05:59: ein Medikamente ohne Wirkstoff beziehungsweise ist da nur ein Tabletter z.B.
00:06:04: Zucker-Tabletter oder so.
00:06:07: Patientengruppe kriegt eben den Wirkstoff verabreicht und im besten Fall wird das auch noch doppelblind durchgeführt.
00:06:15: Das heißt, jeder Patient nur die Behandler wissen wer in welcher Gruppe ist und wer was verabraicht kriegt.
00:06:24: Und es ist sehr wichtig dass man das so durchführt weil Placebo-Gruppen kommt es zu großen Verbesserungen schon, also auch wenn die jetzt überhaupt noch keinen Wirkstoff kriegen.
00:06:35: und das hat eben verschiedene Gründe.
00:06:38: Einerseits den Placebo Effekt durch die Erwartungshaltung aber es spielen eine andere Faktoren mit rein.
00:06:45: Das fasst man zusammen als unspezifische Effekte und zum Beispiel der natürliche Krankheitsverlauf Ausschlag geben weil er sich ja klar einmal Kältung hat.
00:06:55: Nach fünf Tagen wird die sowieso besser.
00:06:57: Und das ist klar, dass die da am fünften Tag besser ist als am ersten Tag auch wenn man jetzt überhaupt nichts nimmt oder keinen Placebo nimmt und auch durch statistische Faktoren wie zum Beispiel die Regalisation zur Mitte.
00:07:09: Das heißt ... Ausreißer quasi weniger oft gemessen werden.
00:07:14: Am besten ist es auch deswegen, damit man diese unspezifischen Effekte von Placebo-Effekt trennen kann dass man nur dritte Gruppe macht das ist die sogenannte Wartekontrollgruppe.
00:07:26: Das heißt die bekommt gar nichts verabreicht aka Placebo oder Blätter und dann kann man das nun mal besser unterscheiden.
00:07:32: Alles klar, sehr spannend.
00:07:34: Placebo spielt auch bei der Zulassung von Arzneimitteln eine wichtige Rolle?
00:07:37: Wie läuft so eine Zulassung eigentlich ab und wann kommen Scheinbehandlungen ins Spiel?
00:07:42: Alexandra?
00:07:43: Ja, also die Jelena hat ja schon gesagt diese randomisierten kontrollierten Studien sind ganz wichtig und jedes als Neimittel das in Österreich auf dem Markt kommt und dann hier zu irgendeiner Therapie eingesetzt wird muss von einer Gesundheitsbehörde zugelassen werden.
00:07:59: In Österreich ist die zuständige Behörde des Gesundheitsministeriums Bundesanstalt für Sicherheit im Gesundheitswesen ausgelagert.
00:08:11: Noch nie gehört?
00:08:11: Umgangssprachlich ist es einfach die BASK unter informierten Kreisen, aber mit der hat man eigentlich sehr selten etwas zu tun wenn man jetzt nicht in irgendeiner medizinischen oder heilberuf tätig ist.
00:08:23: und die Bask gehört zur Agis, die dürfte vielleicht ein bisschen bekannter sein.
00:08:26: das ist die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit in Österreich.
00:08:30: Diese Zulassungsverfahren sind grundsätzlich sehr aufwendig, sie sind auch sehr teuer und wie Sie ablaufen müssen ist im Arzneimittelgesetz ganz genau geregelt.
00:08:42: Es geht eben darum dass man hier sowohl nutzen als auch Risiko des Arzneimetrels genau belegen kann.
00:08:49: Bevor überhaupt Arzneimittel in diesen Zulassungsprozess hineinkommt, muss man einen Wirkstoff finden der sich eignet.
00:08:56: Da gibt es ganz viele verschiedene Verfahren wie man das machen kann.
00:08:59: Das kann was Pflanzliches sein, das kann auch was Chemisches sein.
00:09:03: Mittlerweile lasst man das auch schon von künstlicher Intelligenz vorsortieren weil dann spurt man sich schon sehr viel Geld.
00:09:10: Und wenn man da nochmal etwas gefunden hat, was vielleicht bei einer bestimmten Indikation wirken kann dann startet man mit vorklinischen Tests.
00:09:19: Das ist im besten Fall in Zählkulturen möglicherweise auch im Tierversuch und in ganz einzelnen Fällen vielleicht auch an Menschen.
00:09:29: Allerdings gibt es so wirklich strenge Reglementierungen weil die Personen ja auch geschützt werden müssen.
00:09:34: Andererseits müssen die Ergebnisse natürlich auch für den Menschen verlässlich sein.
00:09:38: Die Studienphasen gehen weiter.
00:09:40: Man startet mit einer sogenannten Phase Nullstudie, da gibt es dann nur sehr wenig freiwillige Patienten maximal bis zu zehn Personen.
00:09:49: die sind aber gesund und kriegen noch mehr ganz geringe Dosis von dem Wirkstoff.
00:09:54: Da schaut man mal was ist denn da ist das wohl hoffentlich nicht schädlich passiert da nichts?
00:10:00: Da kann man dann vielleicht schon ungeeignete Wirkstoffkandidaten herausfiltern, eben auch um Kosten zu sparen.
00:10:06: Weil so ein Zulassungsverfahren kann im Einzelfall mehrere Millionen Euro kosten und das muss das Medikament ja wieder hereinspielen.
00:10:14: Anschließend geht es dann in eine Phase Eins Studie.
00:10:17: da wird dann schon geschaut ist der Wirkstoff verträglich wie kann man den jetzt dosieren?
00:10:22: Und vor allen Dingen auch Wie kann man ihn verabreichen?
00:10:25: Muss man das spritzen oder kann man das als Tropfen oder auch als Tablette einnehmen?
00:10:30: Da sind dann schon bis zu hundert junge, gesunde Erwachsene dabei.
00:10:34: Meistens sind es Männer und das hat den Hintergrund dass man Frauen nicht so gerne in klinischen Studien hat weil die haben ein Zyklus und durch den Zykulus können sie unterschiedlich auf Arzneimittel reagieren.
00:10:47: Und auch ältere Patientinnen und Patienten mag man nicht so gern Weil bei denen funktioniert der Abbau von den Arzneimetern vielleicht schon nicht mehr ganz gut nicht so entgiftet und deswegen sind das meistens junge, gesunde Männer um die Dreißig.
00:11:04: Also du würdest dich gut eignen!
00:11:05: Um die dreißig?
00:11:06: Ich glaub doch, sammeltel entfernt... Aber was mich jetzt noch interessiert reagiert ein weiblicher Körper immer gleich auf als Neimittel also ein männlicher Körper?
00:11:16: Nein, das ist grundsätzlich so dass man auch weiß dass Frauen auf Arzneimittel unterschiedlich reagieren.
00:11:23: Man kennt sogar Stoffe da ist es notwendig dass Frauen eine höhere oder auch eine geringere Dosis von diesen Arzneimetern einnehmen.
00:11:31: aber das wird eben in den Studien grundsätzlichen nicht getestet sondern das sind dann meistens Anwendungserfahrungen.
00:11:38: und nachdem er junge gesunde Männer am besten standardisieren kann sowie Labormäuse sind die beliebte Testobjekte.
00:11:44: Also sind wir Männer, die versuchst Kaninchen.
00:11:50: Ja also das war jetzt die Phase eins Studie.
00:11:54: dann kommt die Studie in Phase zwei.
00:11:56: da wird das Ganze schon größer ausgerollt bis zu fünfhundert Personen und da schaut man dann die optimale Dosis an.
00:12:03: Und dann geht es in das worüber wir eigentlich gesprochen haben nämlich in die Phase drei.
00:12:08: Da werden dann erstmals nicht die gesunden sondern da wird dann wirklich kranke Patientengruppe behandelt, die das als Neimittel dann anschließend einnehmen kann.
00:12:17: Und da muss der neue Wirkstoff dann beweisen, dass er wirksam ist und deswegen wird es entweder mit einer Scheinbehandlung verglichen – mit dem Placebo oder wenn es schon standardisierte gute Behandlungen gibt, dann wird es auch oft im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die die normale Behandlung kommt gegeben, weil man kann ja zum Beispiel bei einer Grebstherapie nicht sagen ich gebe jetzt Die Erkrankung schreitet weiter und die anderen bekommen eine ganz top neue Therapie.
00:12:49: Das wäre ethisch nicht vertretbar, deswegen muss man solche Studien bevor sie gemacht werden auch immer bei Ethikkommissionen einreichen.
00:12:58: Und wenn man dann eben gezeigt hat, dass da Nutzen des neuen Arzneimittels da ist.
00:13:02: Dass es besser wirkt als die alte Behandlung beziehungsweise als Placebo Dann kann man bei der Zulassungsbehörde ansuchen, wenn man das nur in Österreich möchte Dann ist es bei der Arges eben wie gesagt, falls man aber auch ganz modernes Erzneimittel auf den Markt bringt das in ganz Europa verkauft werden soll.
00:13:23: Dann gibt's da mittlerweile eine europäische Zulassungsbehörde.
00:13:27: Das sind die Europeans Medicine Agency oder kurz die EMA und sie sitzt seit dem Jahr zwei Tausend Neunzehn in Amsterdam.
00:13:34: Die war früher in London musste aber mit dem Brexit dort wegziehen.
00:13:39: Wie lange dauert denn das ganze Prozedere eigentlich?
00:13:42: Also diese Verfahren ziehen sich oft über fünf bis zehn Jahre.
00:13:47: Deswegen war das auch bei den Corona-Impfstoffen zum Beispiel eine ganz tolle Erneuerung.
00:13:54: Da gab es dann dieses sogenannte Rolling Review Verfahren, da hat man dann diese Phase Null bis Phase Drei Studien nicht hintereinander gemacht sondern hat die gleich parallel durchgeführt.
00:14:05: dadurch konnte man dem Zulassungsprozess auch wesentlich verkürzen und hat sie dann auch schon innerhalb eines Jahres zum Beispiel auf den Markt bringen können.
00:14:13: Und läuft dieser Zulassungsprozess weltweit?
00:14:17: oder sind wir da nur in Europa so genau?
00:14:20: Nein, also wir sind die Europas sehr genau wesentlich genauer.
00:14:24: Es sind aber eigentlich noch die amerikanischen Behörden.
00:14:27: Da ist die FDA Die Food and Truck Agency, die ist vielleicht bekannt.
00:14:32: Sie ist noch wesentlich genauer in Ihren Zulassungs... Ich
00:14:35: kenn nur Foot-Tracks aber...
00:14:37: Na?
00:14:38: Was
00:14:38: anderes!
00:14:38: Die
00:14:38: FDA ist also ganz bekannt und da gibt es dann auch die... Es gibt dann immer Versammlungen von Experten wo darüber gesprochen wird warum wir dieses Erzneimittel zugelassen oder was spricht dagegen das zuzulassen?
00:14:52: Und diese Protokolle kann man sogar öffentlich einsehen.
00:14:56: zum Beispiel Das war jetzt bei den neuen Alzheimer-Medikamenten zum Beispiel ein Thema, weil man da eben gesagt hat nutzen Risiko und auch Nutzenkosten ist hier nicht immer gegeben.
00:15:07: Deswegen hat sie z.B.
00:15:09: in Europa die Zulassung da bis sie verzögert.
00:15:11: Und deswegen Medikamente besser von zu Hause mit in den Urlaub nehmen als jetzt irgendwo auf der Welt, wo es kaufen?
00:15:17: Verstehe ich das richtig!
00:15:19: Würde ich jetzt sagen, im Großteil der Welt ist das okay.
00:15:23: Ich war natürlich auch schon in dritten Weltländern in Apotheken.
00:15:28: Da würde man weniger um die Qualität der produzierten Arzneimittel sorgen machen weil die ja... Also es wird fast alles mittlerweile in China oder Indien produziert und kommt dann aus einer Quelle.
00:15:41: Es geht doch eher um Lager- und Transportbedingungen Weil bei uns muss alles kontrollierte Temperatur kontrolliert sonstiges sein.
00:15:49: Und also ich war schon einmal in einem Karibikland, die möchte das jetzt nicht weiter spezifizieren in einer Apotheke.
00:15:57: Da waren also eher verstaubte Kochsaltslösungen um wieder auf die zurück zu kommen und an Temperatur locker hatten sie auch noch nie.
00:16:04: Also du warst sicher über fünfundzwanzig Grad jahrsnei mittelüblicherweise maximal bekommen sollten.
00:16:11: Kann sich eine Placebobehandlung auch negativ auf Menschen auswirken, Jelena?
00:16:16: Ja in dem Fall spricht man dann vom Nocebo-Effekt.
00:16:20: Das hört man erst ein bisschen im Namen.
00:16:22: das ist das negative eben und der Noceboeffekt kann zum Beispiel durch Angst ausgelöst werden.
00:16:30: Auf die angst reagiert der Körper mit der Ausschüttung von Neurotransmittern wie Kolecytokinien Und diese löst zwar Reaktionen aus nämlich Schmerz und Stress.
00:16:41: Da geht es natürlich dann nicht gut und dieser Notseboeffekt kann ähnlich wie der Platzsebo Effekt durch allerhand unterschiedliche Sachen ausgelöst werden.
00:16:52: Ganz wichtig ist da natürlich wieder die Behandelte oder die Therapeuten Arzt, Ärztin, Apothekerinnen.
00:17:01: Wie die mit den Patienten umgehen?
00:17:02: Das hat Idealex-Fahrer schon kurz erwähnt, wann der einfach auch nur unsympathisch ist, ganz geschweige denn von unfreundlich, unsensibel dann wird sie auch der Krankheitsverlauf nicht verbessern von der Person einfach schon wegen dieser quasi negativer Energie kann man sagen.
00:17:21: Unsympatische Apothekarinnen gibt's ja gar nicht oder?
00:17:23: Selten!
00:17:27: und spielen eine Sache aber mit rein, wie man sagt es kann jetzt weh tun zum Beispiel ein Nadelstich oder so dann wird die Wahrscheinlichkeit höher dass das wirklich weh tut.
00:17:39: Und was ich auch ganz spannend gefunden habe auch aggressive Musik kann Schmerzen auslösen.
00:17:45: im Vergleich natürlich dazu dann ruhige Musik ist eher schmerz lindern und alleine die Erwähnung des Wortes Schmerz kann schon die Schmerzmatrix aktivieren und somit auch.
00:17:57: Symptome auslösen.
00:17:59: Und was auch ganz spannend ist, zurück zu den Opioiden von Anfang.
00:18:03: Also, Opioide sind eigentlich die stärksten Analgetiker,
00:18:08: d.h.,
00:18:08: Schmerzmittel gegen Schmerzen, Schmerzenslindern.
00:18:11: Aber wenn man jetzt ein Patient einen Opioid verabreicht und dazu sorgt oder suggeriert, dass das jetzt schmerzverstärkend wirkt, kann es dann wirklich tatsächlich mehr Schmerze hervorrufen, obwohl man eigentlich Schmerzilindern Medikament geben hat.
00:18:27: Das ist dann der Gegenteil vom Placebo-Effekt eben.
00:18:32: Objoide werden ja auch als Ersatzdrohungen rausgegeben, funktionieren da Placebomedikamente auch?
00:18:39: Hat man das schon mal probiert?
00:18:40: also wirklich bei Menschen die abhängig sind von bestimmten Stoffen
00:18:45: in geringerem Ausmaß schon, aber das kommt natürlich auch auf die Abhängigkeit und auf die Substanz.
00:18:50: Und hier auch wieder speziell auf die Person an.
00:18:53: Aber ich kann nur einen sehr lustigen Fall aus meiner apotheken Praxis erzählen Wir haben ja Patientinnen, die kommen täglich zu uns und müssen einnehmen und einmal ist eine Substitutionspatientin einen Tag nicht gekommen und wir müssen das ja melden und wir fragen dann auch warum waren sie gestern nicht da?
00:19:11: Waren Sie krank?
00:19:12: Ist irgendwas passiert?
00:19:13: Und die schaut mich dann an und sagt, ich war gestern nicht da.
00:19:18: Das muss sich vergessen haben!
00:19:19: Ich habe das gar nicht gemerkt.
00:19:23: Wenn das natürlich mehrere Tage hintereinander ist, wird sie schon einen körperlichen Entzug merken.
00:19:29: aber anscheinend scheint es auch zu funktionieren.
00:19:32: Aber das sind Einzelfallbeobachtungen und würde jetzt nicht standardmäßig sagen Okay,
00:19:37: da gibt es ja auch eine neue Studie in Bezug auf Frühjahrsmüdigkeit.
00:19:42: Was ist da rausgekommen?
00:19:43: Ja das habe ich ganz spannend gefunden.
00:19:46: Auch die Frühjährsmüdlichkeit wird mit diesem Notseboeffekt erklärt weil man erwartet einfach etwas Negatives und wenn ihr erwartet dass ich im Frühjahren müde bin dann bemerke ich die Symptome natürlich auch viel besser und dann interpretiere ich das auch in diese Richtung hin.
00:20:02: Das ganze gibt's ja auch in der Psychologie, da spricht man vom sogenannten Leveling Effekt, dass die Leute dann sagen dieser Wein schmeckt ja viel besser weil der viel teurer ist.
00:20:13: Warum kann auch der Faktor Zeit bei der Beratung und Weitergabe von Erzneimitteln eine wichtige Rolle spielen Alexandra?
00:20:20: Es ist einfach so, wenn die Patientinnen und Patienten sehen dass man sich Zeit nimmt und mit ihnen möglichst gut und viel kommuniziert und die Worte auch entsprechend wählt.
00:20:32: Dann ist es heutzutage ganz wichtig denn es ist im Gesundheitssystem leider so das immer weniger Zeit vorhanden ist um Therapien oder auch als Neimittelwirkungen zu erklären.
00:20:44: Vor allen Dingen im Kassensystem oder auch in Krankenhäusern müssen die Leute ja in relativ schnellen Ausmaß durchgeschleust werden und deswegen bleibt dann nicht immer ausreichend Zeit für Erklärungen.
00:20:57: Und es ist auch so, dass man festgestellt hat das die Gesundheitskompetenz also das Wissen von Patientinnen und Patienten zu Gesundheitstämen auch nicht mehr so ausgeprägt ist oder das dann ganz einfach Google befragt wird oder auch andere Quellen und das muss dann leider man stimmen.
00:21:15: Man weiß also, Zeit ist ja eine knappe Ressource und man braucht einfach Zeit für den Patienten dass man seine Bedürfnisse wahrnehmen kann und darauf eingehen
00:21:23: können.
00:21:23: An dieser Beispiel sieht man, dass der Patientenumgang einfach extrem wichtig ist.
00:21:28: Und wie schon vorher erwähnt hat Alana eben das Verhalten und die Sympathie des Behandelnden ausschlaggebend ist.
00:21:36: Da gibt es ein sehr interessantes Zitat von Balint, das auf Englisch als ist The most frequently used drug is in general practice was the doctor himself.
00:21:47: Das heißt Die meistverwendete Medizin ist der Arzt selber, also dass er es einfach schon so einen Unterschied macht.
00:21:55: Im Gegensatz dazu kann man auch den Byback Zettel sehen weil wenn man sie durchliest dann kommt man schon an ganz viele negative Erwartungen eben und die Nebenwirkungen entgegen.
00:22:07: Da kann man so sagen, der Beibach-Zettel verursacht Nebenwirkungen wenn man das jetzt überspitzt darstellt.
00:22:14: Ja bei mir auf jeden Fall!
00:22:16: Also ich glaube noch nie bis zum Ende des Beibachtszettels geschafft.
00:22:22: Was versteht man eigentlich unter dem Begriff Nebenwirkungen?
00:22:25: Nebenwirkung hat ein bisschen einen bösen Beigeschmack, den es eigentlich nicht verdient.
00:22:32: Weil es ist grundsätzlich so, dass jedesatz Neimittel eine Hauptwirkungen hat und das hat eben auch Nebenwirkungen.
00:22:39: die können jetzt dosisobhängig sein oder auch andere Gründe haben.
00:22:44: Das ist jetzt auch nicht schlecht, also wirklich fürchten würde ich mich vor etwas was gar keine Nebenwirkungen hat weil es hat vermutlich dann auch keine Hauptwirkung.
00:22:53: Bekanntes Beispiel dazu wird zum Beispiel Aspirin das ist ja schon ganz lang als Schmerzmittel in Verwendung und da hat man dann auch nach Jahrzehnten festgestellt es wirkt auch blutverdünnend Also als Blutverdünner auch sehr gut im Handel.
00:23:14: Oder ein ganz lustiges Beispiel, wenn ich das erzählen darf.
00:23:17: Das war wieder in einer klinischen Studie mit einem Blutdruckmedikament.
00:23:21: Da wurde wieder ein Blut druck Medikament gegen Placebo getestet und es hatte jetzt keine so tolle blutdrucksenkende Wirkung.
00:23:29: und dann wollte man eben mit der Studie aufhören und den Patienten des Medikaments wieder wegnehmen.
00:23:35: Und da haben sich alle Herren aus der Gruppe die das tatsächliche Medikamente das Placevo bekommen, haben sehr dagegen gewährt.
00:23:43: und dann hat die Firma nachgeforscht.
00:23:45: Warum?
00:23:46: Und dann hat sie herausgestellt dass es den Harvux so gut gefördert hat und die dann alle eine wunderschöne Wahl im Mähnen haben.
00:23:53: Deswegen ist dieses Medikament nicht als Blutdrucksenker auf den Markt gekommen sondern wird jetzt ein Harvuchsmittel eingesetzt.
00:24:00: Das ist der Wirkstoff Minoxidil.
00:24:02: So,
00:24:02: was gibt es wirklich?
00:24:03: Havocsmittel.
00:24:04: Ich hab gedacht das ist ein Schmäh.
00:24:05: Nein, das gibt's wirklich.
00:24:07: Das kam eben auch so zustande.
00:24:09: Es gibt es zum Schlucken in niedriger Dosierung.
00:24:12: bei Terapiris, also bei sehr schwer behandelbaren Blutdruck wirds nach wie vor eingesetzt.
00:24:18: aber es wird v.a.
00:24:19: eines Haarwasser aufmassiert und fördert dann den Havox.
00:24:23: Aber wenn man mal Glatze hat Hüpft es nicht mehr, oder?
00:24:26: Das kommt darauf an.
00:24:28: Wenn da noch irgendwas zu beleben ist in den Haarwurzeln könnte es sein dass es vielleicht noch hilft.
00:24:33: aber wenn man dann wirklich schon im Glatzenstadion ist dann ist das eher schwierig also mit Geheimratsecken und so sollte man da schon mit der Behandlung anfangen.
00:24:42: Gut.
00:24:43: Beziehungsweise mit diesem Grenzchen dahinten.
00:24:46: Also wenn ich jetzt in die Apotheken gehe und sage Ich hab gehört Da gibt's was
00:24:51: Das ist ja der Wirkstoff Minoxidil und der ist rezeptfrei erhältlich.
00:24:56: Zumindest in einer zweiprozentigen Formulierung, man könnte es dann auch noch höher konzentriert entweder mischen lassen oder auch kaufen.
00:25:03: Also liebe Männer wenn ihr wollt dass eure Haare wieder schneller und dichter wachsen, ab in die Apotheke!
00:25:11: Ja das war jetzt aber nur so viel zum Thema Nebenwirkung.
00:25:14: was ich eigentlich sagen wollte... Darf ich wieder auf das eigentliche zurückkommen?
00:25:18: Also das, wovor man sich fürchtet ist eigentlich die unerwünschte Erzneimittel-Wirkung.
00:25:24: Das ist das was dann im BIPOC Text doch sehr lange drinnen steht und das ist das, was man wirklich nicht haben möchte.
00:25:33: Diese unerwünschten Wirkungen werden meistens gegen Placebo ausgetestet und dann schaut man, wie häufig diese Probleme auftreten und gewichtet das.
00:25:43: Das kann zum Beispiel häufig sein – da kann man rechnen, dass in ein bis zehn Prozent der Fälle diese Nebenwirkung auftretend kann wenn man das als Neimittel einnimmt.
00:25:56: Möchte ich bitte auch noch sagen, das ist dann relativ häufig und da kann man dann aber auch nehmen dass das keine sehr schwerwiegende Nebenwirkung sein wird weil sonst wildes Erznei-Mittel ja nicht zugelassen werden.
00:26:07: Und es gibt dann natürlich auch noch den Begriff, wenn eine Nebenwirkung gelegentlich auftritt.
00:26:14: Dann dreht die in Null-Kommer ein bis ein Prozent der Patienten auf.
00:26:18: Das sind also hundert bis tausend Patienten, wo das dann einer bekommen kann und dann gibt's auch noch selten.
00:26:24: Das ist bei einer Person von weniger als zehntausend.
00:26:28: Bei ganz modernen Erzneimitteln, ich habe sie schon gesagt in diesen Phase drei Studien da hat man dann nicht so viele Patientinnen und Patienten das wirklich alle ganz seltene Nebenwirkungen bekannt werden.
00:26:42: Und erst wenn das Erzeneimittel tatsächlich auf den Markt kommt und es über zehntausend Leute einnehmen kann sein dass ganz selterne Nebenwirkungen erst nachher auftreten.
00:26:55: gibt es dann auch nach der Zulassung noch immer Anwendungsbeobachtungen, nennt sich das dann?
00:27:01: oder auch Pharmakovigilanz ist dann hier der Überbegriff.
00:27:04: Und wenn man zum Beispiel eine Nebenwirkung an sich bemerkt die nicht in der Gebrauchsinformation, dass so heißt der Beiburg-Zettel nämlich wirklich gelistet ist, dann hat man auch die Möglichkeit das zu melden und da wäre dann auch wieder die zuständige Behörde des BASC.
00:27:19: Bei Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Gebrauchsinformation oder fragen Sie einen Arzt- oder Dekar.
00:27:26: Wunderbar!
00:27:29: Die Macht des Placebos zeigt sich auch bei Schein-OPs, wie unterscheiden sie sich von echten Operationen?
00:27:37: Ja das ist ganz spannend weil da wird wirklich eine OP nachimitiert Getreu wie möglich.
00:27:45: Es wird tatsächlich, da gibt es immer Studien zur chronischen Kniegelängsschmerzen und das bei der Scheinopäe dann wirklich die Haut am Knie eingeschlitzt worden und das sind Operationsgespräche geführt worden und es sind sogar OP-Geräusche eingeblendet worden.
00:28:03: also wirklich dass das sehr wahrheitsgetreu ist.
00:28:07: Es hat sehr überraschende Ergebnisse geliefert, nämlich in der Studie sind drei Gruppen verglichen worden.
00:28:14: Echte Kniobee wo der Miniskus geklettert worden ist und Kniegelängsspülung also das quasi nur aufgemacht worden, dass kniegelängt durchgespült wurden und wieder zugemacht waren und eben dieses Shine-OP von der gesprochen habe.
00:28:28: Und tatsächlich nach zwei Jahren wurden die Ergebnisse verglichene, die Patientengruppe verglichenen Unterschiede geben, also es war bei allen ungefähr gleich die Schmerzreduktion und die Funktion vom Knie gegeben.
00:28:45: Das ist wirklich sehr überraschend!
00:28:47: Dazu muss man sagen dass solche Shine-OPs halt bei chronischer Schmerzen sehr oft helfen aber bei offersichtlich organischen Ursachen wie Blindtammdurchbruch oder ein Bruch oder sowas natürlich jetzt nicht so wirksam sind.
00:29:04: Ein offenen Oberschenkelbruch?
00:29:06: Ein Bruch wird jetzt placebobehandlung schwierig sein und das kann man generell zu Placebo-Behandlungen sagen, dass die bei zentral nervösen Erkrankungen besser helfen als jetzt bei wirklich organischen Ursachen.
00:29:19: Zentral nervöse Behandlungen, was heißt das?
00:29:21: Das ist quasi von der Psyche ausgehend und man findet keine tatsächlich organische Ursache.
00:29:29: Das heißt nicht dass die Symptome nicht vorhanden sind sondern die Patienten leiden sehr wohl aber man weiß halt oft einfach nicht wo der Schuh drückt genau.
00:29:38: Und für wissenschaftliche Studien hat man ja auch schein Akkupunkturen durchgeführt.
00:29:43: Wo sind dabei rausgekommen?
00:29:45: Ja, das ist auch ganz spannend.
00:29:46: Da sind nämlich bei einer Studie zu Migräne verglichen worden echte Akkupunktur, Scheinakkupuntur und die Leitlinientherapie also mit Medikamente und Sport- und Physiotherapie.
00:30:01: Und beim Vergleich von diesen drei Patientnergruppen ist herausgekommen Nach sechs Monaten bei der Akkupunkturgruppe haben sich die Symptome bei forty-eight Prozent der Patienten verbessert, bei der Scheinakkupunktur um forty-fourzig Prozent.
00:30:20: Also quasi keinen Unterschied und bei der Standardtherapie um siebenundzwanzig Prozent.
00:30:25: Jetzt kommt man da ein bisschen paradox rein weil hätte man nur Akkumpunktur und Scheinakkupunkture verglichen wird man sagen akkupuntur ist nicht so empfehlen.
00:30:36: Das hilft ja nicht besser als die Shine Acupuncture.
00:30:38: Es hat keinen wirklichen spezifischen Wirkung, wie wir das vorher angesprochen haben.
00:30:44: aber nachdem diese Shine Acupunktur so viel besser wirkt als die Leitlinienbehandlung ist es trotzdem... Ich glaube die Studie wurde in Deutschland durchgeführt und dann ist es wirklich in das Kassenkonzept aufgenommen worden, dass bei Migräne auch Akkupunktur von der Kasse bezahlt wird weil einfach die Wirkung im Vergleich zur Standardtherapie so gut ist.
00:31:06: Und da kann man auch... darauf fließen, dass je aufwendiger die Behandlung ist, desto stärker der Effekt.
00:31:13: Also das ist gleich wie bei der Schein-OP oder im Scheinakupunktur.
00:31:18: da haben wir einfach ein größeres Prozedere als wenn man jetzt nur eine Blätter schluckt und dadurch ist die Wirkung auch größer.
00:31:26: Das ganze gibt es auch beim Injektionen.
00:31:29: Es gibt zum Beispiel Studien Das waren jetzt die Covid-Impfstudien.
00:31:35: Da hat man nämlich in der Placebogruppe, also die Leute, die wieder nur die berühmte Kochsalzlösung gespritzt bekommen haben trotzdem ganz erhebliche Nebenwirkungsmeldungen bekommen, obwohl da gar kein Impfstoff drinnen war.
00:31:48: Also je aufwendiger die Behandlung und das Spritze ist einfach aufwendig als wenn ich was schluck dass da wahrscheinlich er ist dann auch, dass hier irgendein Effekt auftritt.
00:31:58: Vielleicht spritzt er noch mehr mit Nebenwirkungen assoziiert eben und wenn man schon wieder diese Erwartung hat das was passiert?
00:32:06: Dann passiert es am meisten!
00:32:09: Es gibt ja spezielle Placebo-Medikamente und die hat man bewusst eingefärbt mit unterschiedlichen Farben.
00:32:16: aber warum?
00:32:17: Und zwischen der Ausziehungsweise
00:32:19: gar nicht nur Placebomedikamente, sondern auch normale Tabletten.
00:32:23: Also mit Wirkstoff haben oft Farbe und die Farbe ist auch schon sehr... ausschlaggebend über die Wirkung.
00:32:31: Man hat das auch verglichen mit Medikamenten ohne Wirkstoff und da ist rausgekommen, dass zum Beispiel Rot-, Gelbe- und Orangetabletten sehr stimulierend wirken.
00:32:41: Und man hat es aber dann tatsächlich bei Tabletten oder Medikamente mit Wirkstaff sind so antidepressiver
00:32:49: z.B.,
00:32:49: die ein bisschen Stimmung aufhellen.
00:32:51: wirken sollen, sind dann häufig Rot-, Gelb oder Orange und haben irgendeine freundliche Farbe quasi.
00:32:58: Und im Gegensatz dazu sind blau-grüne Violette der Blättern wirken eher beruhigend und werden auch mit dieser beruhigenen Wirkung assoziiert.
00:33:08: und deswegen sind da Hypnotiker, Sedativer, Anxiolütiker oft in diese Farben eingefärbt wobei nicht genau war es vielleicht war das die Alex wie man auf das Kommen ist, ob die Tabletten schon vorher so eingefärbt waren und dann hat man die Studie gemacht.
00:33:23: Und dann haben sich die Leute das schon gedacht oder ob das umgekehrt ist.
00:33:27: Anscheinend scheint es bekannt zu sein aber ich kenne eben ganz bekannte Schlaf-Tabletten, die sind in schönen Lila gefärbt.
00:33:34: ja Es ist vielleicht beruhigend, ja.
00:33:36: Und dann gibt es auch was Spannungslösendes, also das klassische Angstsolytikum, dass du da vorher angesprochen hast gegen Angst und Panikattacken – die sind eben in beruhigerndem Grün gehalten!
00:33:48: Die populärste Farbe bei Tabletten ist aber blau!
00:33:51: Findest du?
00:33:52: Ja,
00:33:52: ich weiß was du
00:33:53: meinst.
00:33:55: Wobei ich noch jetzt auch nicht mehr sicher bin ob.
00:33:58: da gibt es ja mittlerweile nicht nur das Original-Präparat sondern schon ganz viele Nachbauten und ich weiß nicht ob die auch noch alle blau sind.
00:34:07: und du sprichst doch gerade ein spannendes Thema an weil es gibt ja dann nicht nur dass Blaue Originalpräparate sondern sobald der Patentschutz abgelaufen ist kommen sogenannte Nachbaupräparate auf den Markt.
00:34:18: das sind die sogenannten Genere Und die Ormen leiden dann auch manchmal wieder unter einem Nocebo-Effekt, weil die Leute sagen nach wenn das so viel billiger ist.
00:34:29: Dann kann es ja nicht gleich gut sein.
00:34:33: Das hat aber eher damit zu tun dass diese Nachbarpräparate diese ganze aufwendige Zulassung nicht mehr durchlaufen müssen sondern dann einfach Bezug nehmende Zulassung heißt es machen können das kostet viel weniger.
00:34:46: Die ganze Entwicklung fällt weg Und man hat hier auch schon Studien gemacht und da hat man den Patienten allen das Original-Präparat gegeben.
00:34:56: Die, die aber dachten sie bekommen, dass billige Genere kommen, haben dann gesagt es wirkt jetzt nicht so gut.
00:35:02: Da wären wir wieder beim teuren Wein!
00:35:06: Für alle, die noch ein Fragezeichen überm Kopf haben... ...die blaue Bille, da meinen wir die Viagra, die ja mittlerweile in vielen Witzen vorkommt.
00:35:15: Gut, vielleicht auch eine spannende Frage.
00:35:17: Sind Plazebotherapien überhaupt ethisch vertretbar?
00:35:20: Ja das ist wirklich interessant und da gibt es tatsächlich von der Deutschen Bundesärztekammer Leitlinie wie die verwendet werden dürfen was nicht wahrscheinlich gibt's in Österreich ich habe sie für Deutschland gefunden und sind eben drei Bedienungen gegeben unter diesen Placebos verabreicht werden dürfen.
00:35:40: Und die erste wäre, wann es für die Symptomatik kein zugelassenes Präparat gibt also kein richtiges zugelassenes Medikament.
00:35:50: dann darf quasi als Ersatz weil was sind die Alternativen ab Placebo verabraicht werden?
00:35:56: Aber wenn die Beschwerden relativ gering sind und jetzt nicht lebensbedrohlich sind, wie man schon geredet hat bei einen Krebspatienten wird man jetzt nicht mit einem Placebo behandeln.
00:36:07: Und
00:36:07: natürlich auch, wann der ausdrückliche Wunsch vom Behandelten kommt und sagt er würde es nehmen, das hat man glaube ich eher sehr oft in der Apotheke mit.
00:36:18: sämtliche für jetzt auch zum Teil Phytopharmaka, wo man bei Phytofarmaka von unreinem Placebus spricht.
00:36:25: Das heißt die haben einen Wirkstoff aber meistens bei den sehr geringen Dosis und jetzt keine wirklich spezifische Wirkung oder eben bei homeopathischen Medikamenten.
00:36:35: Und oft ist es halt dann aber wirklich dritter Verbesserung in Kraft, wenn sie eingenommen
00:36:40: werden.".
00:36:40: Wie weit liegen Homöopathie- und Placebus auseinander?
00:36:43: Also Homöopathie wird in Mounsingstudien auch als Placebonae Intervention bezeichnet.
00:36:50: Das ist unterschiedlich zu sehen, je nachdem wie spezifisch man das einsetzt.
00:36:55: sehr oft ist es sicher natürlich hier auch wieder die Zuwendung dass jemand zuhört.
00:37:00: das bringt schon einmal ein Benefit.
00:37:02: aber es wird sich ja auch etwas geben was in der Homöpathie und vor allen Dingen natürlich bei Pflanzlichen als Neimitteln wirkt.
00:37:09: ich sage da immer wer heilt hat recht
00:37:12: Guter Spruch.
00:37:14: Es gibt auch sogenannte offene Placebos, bei denen Patienten wissen, dass sie ein Medikament ohne Wirkstoff bekommen und trotzdem Besserungen verspüren.
00:37:22: Wie gibts das?
00:37:24: Das ist Phänomen, das man ausnutzen kann.
00:37:28: Und das ist wahrscheinlich eben durch dieses Ritual- und die Erwartung, wenn es eine unterbewusste Erwaltung ist aber jetzt alleine, dass man die Tablette quasi aus dem Blister nimmt und schluckt und trinkt Zykmale gemacht hat in sein Leben oder vielleicht auch vorher gehört hat und gesehen hat, dass das was hilft.
00:37:47: Dann wirkt es ... Also kann das Amplazipoeffekt auslesen?
00:37:51: Und das ist ein Phänomen, das glaube ich noch nicht endgültig geklärt ist wie genau das wirkt.
00:37:57: aber es ist natürlich auch wenn man jetzt sagt, ist ethisch vertretbar Das ist dann natürlich offene Kommunikation mit Patienten und dann stimmt der Patient da ein.
00:38:06: also das kann man eigentlich immer machen und gibt's keinen Einschränkung dafür.
00:38:10: Das ist so wie das Schnapsartl nach dem deftigen Essen, oder?
00:38:13: Genau!
00:38:13: Bringt ja eigentlich auch nichts aber man glaubt dass er es ausbringt.
00:38:17: Wirklich
00:38:17: bringt das nix.
00:38:19: Jetzt haben wir in einer anderen Podcastfrage
00:38:20: mal besprochen.
00:38:21: Ja, das kann tatsächlich sogar kontraproduktiv sein weil das nämlich die Magen-Tätigkeit hat bis sie verlangsamt und dann das fette Essen länger im Magen bleibt.
00:38:33: Das ist immer, wenn es der selbst gebrannte hochwertige wirklich gut schmeckende Schnaps ist.
00:38:38: Dann ist das der Abschluss des Essen, der grönen Tee und dann passt das auch!
00:38:42: Alexandra, sind bestimmte Menschengruppen anfälliger für Placeboeffekte?
00:38:46: Also laut den Studien angeblich nein.
00:38:50: Aber es ist unabhängig von alter Geschlecht, Intelligenz oder Religion.
00:38:55: aber es geht da immer bei der individuellen Wirkung um den Patienten und auch im welchen Zusammenhang die Behandlung stattfindet.
00:39:04: Es gibt eben wie gesagt Erkrankungen, bei denen scheint es wesentlich besser zu sein.
00:39:09: Die sind dann sogenannte placebo-sensitive Erkrankungen und die kann man durch psychologische Faktoren einfach besser beeinflussen.
00:39:18: Das hat man zum Beispiel auch bei Asthmatikank
00:39:20: gemacht.
00:39:21: da hat man gesehen sie wurden dann subjektiv, haben die wesentlich bessereagiert und man hat aber parallel dazu ihre Lungenfunktion gemessen und die hat sich aber leider nicht verbessert.
00:39:32: das ist jetzt bisschen gefährlich, weil man dann durch diesen Effekt zwar subjektiv das Gefühl hat es geht mir besser.
00:39:39: Das ist für eine Asthmatiker natürlich sehr angenehm, weil diese Luftnot ja auch sehr oft mit Angstzuständen verbunden ist.
00:39:46: aber leider schreitet im Hintergrund des Krankheitsbilds dann doch noch fort und wenn man tatsächliche Behandlung bekommt dann könnte man das verhindern.
00:39:54: also man muss da immer sehr vorsichtig sein und das Ganze dann schon weiter ärztlich abgeklären lassen.
00:40:02: allerdings muss man natürlich auch immer sagen, eine Spontaneilung ist auch immer wieder möglich.
00:40:07: Also ich habe gerade jetzt wieder eine Patientin die hat länger Krebstherapien bekommen und bei der ist der Krebs jetzt auf einmal weg.
00:40:14: Die muss jetzt überhaupt nichts mehr machen und sämtliche Therapien aufgehört.
00:40:18: das finde ich ja total super aber das erlebt man halt wirklich ganz selten.
00:40:23: Sehr schön!
00:40:25: Vielleicht noch eines dass interessant ist gibt es Placeberbehandlungen auch bei Tieren?
00:40:30: Ja, gibt es tatsächlich.
00:40:32: Ein guter Freund von mir ist Tierärztin und die hat selber im Hund auch schon in dem Fall homeopathische Medikamente gegeben und es hilft tatsächlich und das ist jetzt nicht weil das Tier unbedingt irgendeine Erwartungshaltung hat sondern das hängt zusammen mit eben den Behandler, den Besitzer von Tieren.
00:40:54: der, die das Gefühl hat, dass es dem Tier schon besser geht und einfach die Wahrnehmung sie verändert.
00:41:01: Und andererseits aber auch mit gezielter Konditionierung.
00:41:05: also wenn jetzt wieder ein Hund schon zum Beispiel öfter eine Medikamente oder irgendeine Behandlung kriegt hat und das dann mitkriegt hat, oh!
00:41:12: Dann ist er besser gegangen.
00:41:13: und da macht man eben diese Scheinbehandlung, dann ist der Hund konditioniert drauf, dass ihm wieder besser geht.
00:41:18: wie einem das Mund zusammenläuft war noch die Glocke hört vom Pablo Das bekannte Fablosch Konditionierung.
00:41:27: Spannend!
00:41:28: Und das übertragt sie einfach die Zuversicht vom Besitzer, dann auch auf das Tier und dann ist die Stimmung einfach besser... die ihre ganz sensibel spüren.
00:41:38: Das war auch eines der ersten Sachen, dass ich gelernt habe, weil sich in der Apotheke zu arbeiten begann.
00:41:44: also wenn irgendwelche Beschwerden bei Säuglingen sind dann sollt man der Mutter auch immer irgendwas beruhigendes mitgeben, denn wenn die Mutter ruhiger ist dann übertragt sich das automatisch auf den Säughling und dann sind sowohl Zahnungsbeschwerden als Bauchkrämpfe und alles wesentlich besser zu ertragen.
00:42:02: Gut,
00:42:02: der Placeboeffekt ist bis heute eines der faszinierenden Rätsel der Medizin.
00:42:08: Denn er zeigt Heilung beginnt manchmal nicht mit einem Wirkstoff sondern mit Erwartungen, Vertrauen und Hoffnung.
00:42:14: Unser Gehirn kann Schmerzen beeinflussen, Symptome verändern und sogar messbare Prozesse im Körper steuern – nicht weil Krankheiten eingebildet sind, sondern weil Körper- und Geist enger zusammenarbeiten als wir lange gedacht haben!
00:42:27: Und vielleicht bleibt genau deshalb die spannendste Frage offen?
00:42:31: Wie viel Kraft steckt eigentlich in unserem eigenen Denken?
00:42:35: Alexander und Jelena, vielen Dank für eure spannenden Einblicke.
00:42:38: Danke Roland!
00:42:40: Und wenn ihr liebe Zuhörer ganz fest daran glaubt dann hören wir uns bestimmt wieder.
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