Ohne Nebenwirkungen #32 - KrankenhausapothekerInnen
Shownotes
Apothekerinnen und Apotheker im Krankenhaus? Ja – und ihre Arbeit geht weit über die Medikamentenausgabe hinaus!
Alexandra Mandl, Christine Fegerl-Stadlober und Stefan Mohr nehmen euch mit hinter die Kulissen der Krankenhausapotheken und zeigen, wie wichtig sie für sichere Therapien, die Medikamentenversorgung und die Sicherheit der Patientinnen und Patienten sind.
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Antenne Steiermark - Meine Hits. Meine Steiermark.
Transkript anzeigen
00:00:00: Wenn wir an Apothekerinnen und Apothekern denken, haben die meisten sofort die öffentliche Apotheke vor Augen.
00:00:06: Doch es gibt noch einen Bereich den viele gar nicht kennen – die Krankenhausapotheke!
00:00:12: Dabei sorgen die Apothekarinnen und apotheker jeden Tag dafür, dass Patienten genau das richtige Medikament bekommen in der richtigen Dosierung zur richtigen Zeit und in der Richtigen fahren.
00:00:23: Sie beraten Ärztinnen und Ärzte stellen Medikamente selbst her, kümmern sich um Lieferengpässe und sind ein wichtiger Teil des Behandlungsteams.
00:00:32: Heute werfen wir gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen dieses spannenden Berufs.
00:00:42: Ich freue mich, dass Alexandra Mandl von der steirischen Apothekerkammer wieder dabei ist!
00:00:47: Hallo Roland, danke für die Einladung.
00:00:49: Sehr gern!
00:00:50: Herzlich willkommen auch Christine Vegardl-Stadlober, Leiterin der Krankenhausapotheke im Krankenhaus der Elisabethinnen Graz.
00:00:57: Hallo ich freue mich dass ich da sein darf
00:01:00: und schön das auch Stefan Moor heute dabei ist stellvertretender Leiter der Anstaltzapothek des LKH Universitätsklinikums Graz und verantwortlich für die Herstellung Sterila Arzneimittel.
00:01:11: Hallo
00:01:11: Danke für die einladung.
00:01:12: freut mich hier zu sein
00:01:14: Alexandra, viele Menschen wissen gar nicht dass es Krankenhaus-Apotheken überhaupt gibt.
00:01:19: Wie viele gibt's eigentlich in Österreich und in der Steiermark?
00:01:22: Und welche Rolle spielen sie in der Versorgung der Patientinnen und Patienten?
00:01:26: Also es gibt... in Österreich grundsätzlich siebentausend Apothekerinnen und sechshundert, also fast zehn Prozent davon arbeiten in diversen Krankenhaushapotheken.
00:01:37: Es gibt in Österreich zwar zweihundertzwanzig Krankenanstalten aber nur dreiundvierzig davon haben auch eine eigene Krankenhausapotheke.
00:01:47: die betreuen rund sechzigtausend Betten.
00:01:50: In der Steiermark gibt es grundsätzlich fünf Krankenhaushapotheken, vier davon sind in Graz und eine ist in Leoben.
00:01:58: Okay!
00:01:58: Und was ist eigentlich der größte Unterschied zwischen einer Krankenhausapotheke und der öffentlichen Apotheke?
00:02:04: Der größte Unterscheid zwischen der Krankenhaus-Apotheke oder möglicherweise auch zu einer ambulanten Behandlung sind?
00:02:20: und dass man nicht einfach in eine Krankenhausapotheke hineingeht, so wie man in eine öffentliche Apotheke geht.
00:02:26: Und sagt ich hätte jetzt gern Kopfhölter bläten!
00:02:29: Okay.
00:02:30: Christina, wie schon erwähnt leitest du die Krankenhausapotheke im Krankenhaus der Elisabethinenden Graz und warst davor viele Jahre bei den Barmherzigen Brüdern tätig?
00:02:39: Dort hast Du dem Bereich klinische Pharmazie mit aufgebaut!
00:02:42: Wie bist Du eigentlich zur Krankenhauspharmazie gekommen?
00:02:45: Ja ich war vor fünfundzwanzig Jahren habe ich begonnen als Apothekerin in der öffentlichen Apotheke und vor fünfzehn Jahren wurde bei den barmherzen Brüder eine Grenztelle ausgeschrieben.
00:02:55: Notfall kannst Du schnell kommen und da bin ich dort hineingeholt und über die Jahre immer mehr ins Krankenhaus geschehen hineingedriftet.
00:03:03: Und ich muss sagen, ich bin da angekommen wo ich hin wollte.
00:03:07: Okay was begeistert dich an deinen Beruf heute noch immer?
00:03:11: Besonders toll finde ich dass kein Tag wieder andere ist!
00:03:14: Ich stehe jeden tag noch gerne auf und freue mich auf einen spannenden Tag.
00:03:18: Es geht um die Zusammenarbeit mit den Ärzten und der Pflege Teil interessant und wir können total viel machen, weil wir am Patient mit den Patienten direkt die Therapie optimieren.
00:03:30: Stefan auch schon zu Beginn wenn du bist stellvertretender Leiter der Anstaltzapotheke des LKH-Universitätsklinikums Graz und unter anderem für die Herstellungsteril als Neimittel verantwortlich wie hat dich dein beruflicher Weg in die Krankenhausformatik geführt?
00:03:44: Ja, bevor ich im Krankenhaus als Apotheker begonnen habe war ich in einem Grazer Forschungszentrum für pharmazeutische Prozesse und Produktentwicklung tätig.
00:03:52: Ich war dort an der Schnittstelle zwischen universitärer Forschung und Industrie an der Entwicklung von Arzneimitteln beteiligt und vor ungefähr acht Jahren habe ich mich auf eine Stellenausschreibung für eine Stelle im Krankenhaus beworben was Apotheka Und bin dann dort angenommen worden und bin sehr froh hier wirklich seit acht Jahren Teil dieses wunderbaren Teams am Uniklinikum sein zu dürfen.
00:04:16: Du arbeitest in der größten Krankenhausapotheke der Steinmark, was macht eure Apotheke so besonders?
00:04:22: Ja, wir sind wirklich die größte Apotheke der Steiermark und eine der größten Krankenhausapotheken in Österreich.
00:04:29: Wir sind sehr stolz darauf dass wir alle Fachrichtungen an der Krankenhausfarmazie auf hohem Niveau abdecken, sei es die klinisch pharmazeutische Betreuung, die Logistik und die Herstellung.
00:04:40: Es arbeiten tagtäglich fünfundneinzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der validativ hochwertigen Versorgung von Patientinnen und Patienten am Uniklinikum.
00:04:49: zusätzlich versorgen wir neun weitere Stand Orte, Krankenhausstandorte in der Kages die keine Krankenhausapotheke betreiben und betreuen diese als Konziliar-Apotheke.
00:05:00: Konziliar-Apotheke heißt was?
00:05:01: Konzilliar-Abotheke bedeutet dass Krankenhäuser die keine Krankhaus-Appoteke haben müssen einen Konzilliar-Abotheker bestellen der regelmäßig die Arzneimittelgebahrung in diesem Krankenhaus überprüft und den ärztlichen Direktor in allen Belangen der Arzneimmittelgebahrung berät.
00:05:21: Die einzelnen Teilbereiche, die du angesprochen hast, schauen wir uns nachher noch genauer an.
00:05:25: Alexandra wie wird man eigentlich Krankenhausapotheker wenn man jetzt zufällig gefragt wird ob es kurz Zeit ist?
00:05:33: Ja, also man sieht die beiden Kolleginnen sind da eigentlich aus dem öffentlichen Bereich hineingerutscht.
00:05:39: Denn grundsätzlich schaut die Ausbildung so aus.
00:05:41: Man braucht natürlich auch ein Pharmaziestudium und man macht dann anschließend das aus Piranten.
00:05:47: Das kann man sowohl in der öffentlichen Apotheke machen als auch in der Krankenhaus-Apotheke.
00:05:52: Und dann gibt es eine Spezialausbildung für Krankenhausfachapotheker.
00:05:58: Das ist übrigens der einzige Fachapotheka den es in Österreich überhaupt gibt.
00:06:03: Und diese Fachapotheka-Ausbildung ist eine postgraduelle Weiterbildung, die hat ein bestimmtes relativ großes Ausmaß von zweihundertvierzig Unterrichtseinheiten.
00:06:14: Also da muss man dann auch sehr viele Kurse machen und man sollte dann auch schon in einer Anstaltzapotheke arbeiten weil man auch eine Fachbereichsarbeit schreiben muss.
00:06:24: also man kann sich das wie eine Diplomarbeit vorstellen und am Ende dieser dreijährigen Ausbildung hat man dann noch eine Prüfung absolviert hat, dann ist man sozusagen Krankenhausfachapotheker oder der Fachbegriff auf Neudeutsches Approved Hospital Pharmacist.
00:06:41: Aber was lernt man in dieser Zusatzausbildung, dass man im Pharmaziestudium noch nicht vermittelt bekommen
00:06:46: kann?
00:06:46: Da ist eben ganz viel drinnen vor allen Dingen Herstellung von Arzneimitteln im Sterilbereich.
00:06:52: Das lernt mal im Studium nicht in diesem großen Ausmaß weil ja eben wie gesagt nur zehn Prozent der ApothekerInnen im Krankenhaustest dann machen.
00:07:00: Was auch sehr wichtig ist es vor allen Ganz große Management-Einkaufsbereich, weil ich auch nicht nur für eine Apotheke einkaufe sondern für Tausende Patienten.
00:07:11: Die haben ja einen ganz anderen Bedarf als eine normale öffentliche Apotheker.
00:07:16: Und was auch sehr wichtig ist und was immer mehr zum Thema wird, ist die sogenannte klinische Pharmazie.
00:07:22: Das heißt der Apotheker bleibt nicht nur in seiner Anstaltsapotheke sondern geht auch immer mehr zur Visite also direkt ans Krankenbed mit und berät dann vor Ort dem Arzt bezüglich der Arzneimitteltherapie.
00:07:35: oder er spricht auch direkt mit den Patientinnen und Patienten und erklärt denen da und dort wie sie ihre Erzeneimittel Therapie daheim optimal weitermachen?
00:07:46: Und
00:07:48: ist mit der Ausbildung dann alles abgeschlossen?
00:07:50: oder gehören dort laufende Fortbildungen dazu?
00:07:53: Es gibt natürlich in allen Bereichen wie überreuh laufende Fortbildungen, da gibt es auch ein verpflichtendes Ausmaß das jeder Krankenhausapotheker machen muss.
00:08:03: Das können sich die Leute aber selbst aussuchen im welchen Bereich sie sich hinspezialisieren wollen.
00:08:09: also zum Beispiel wieder Stefan der macht mehr Anfertigungen oder so wie die Kristine die macht mehr klinische Pharmazie.
00:08:16: und speziell bei klinischer Pharmazien gab's in letzter Zeit einen ziemlichen Hype.
00:08:20: also das möchte man auch in die öffentliche Apotheke bringen und da gibt es sehr viele Zusatzausbildungen in dem Bereich.
00:08:27: Da gibt's jetzt zum Beispiel den Kurs an der Uni Wien vom Postgraduate Center, und der bekannteste Kurs, den es überhaupt zum Thema klinische Pharmazie gibt als in Deutschland und zwar an der Unithübingen.
00:08:39: Also Christine du wirst gehypt.
00:08:40: dann schauen wir uns einmal deinen Arbeitsalltag an.
00:08:43: wie lauft denn die ja normalerweise ab?
00:08:45: Ja gut, wir starten um sieben Uhr in der Früh.
00:08:48: Wir treffen uns einmal zu einer kurzen Morgenbesprechung wo wir sagen wer wird auf die Station gehen und dort arbeiten?
00:08:54: Wer kümmert sich um den Logistikbereich?
00:08:56: Wer kümmern sich um die Herstellung?
00:08:58: Wir sind ein kleines Team.
00:08:59: Wir sind neun Mitarbeiterinnen.
00:09:01: es sind alle voll angeschiert, ausgebildet.
00:09:04: jeder hat seine Steckenpferde und ich meine das kann natürlich Durchwegs passieren.
00:09:08: das um sieben Uhr eins, wenn man einmal begonnen hat schon das erste Telefon läutet.
00:09:13: Auf der Intensivstation liegt ein Patient wurde in der Nacht aufgenommen.
00:09:16: er braucht ein ganz spezielles Medikament dass nicht lagend ist bei uns.
00:09:21: Der Erste bricht ab und spricht nicht mehr über die Routine vom Tag sondern setzt sich zum Computer schreibt dann mal an die ganze Kollegenschaft in ganz Österreich aus.
00:09:30: wo wäre denn das medikament verfügbar?
00:09:33: klemmt sich hinter das telefon.
00:09:34: Und ich muss wirklich sagen Ich habe Freude mit unserer Community in Österreich.
00:09:39: Wir helfen alle zusammen und meistens ist eine halbe Stunde später ein Arzneimittel-Taxi quer durch Österreich unterwegs, mit dem benötigten Arzneimmittel wenn es wirklich hart auf hart geht.
00:09:49: Was ist denn ein Arzneimittel?
00:09:50: Taxi?
00:09:50: Arzeneimittel sind spezielle Güter.
00:09:52: nicht jeder darf als Neimittel transportieren.
00:09:55: Also sind das wirklich spezielle Fahrzeuge?
00:09:56: Die
00:09:57: sind speziell als Neimittel führen dürfen.
00:09:59: Ich brauche eine Genehmigung!
00:10:01: Und wenn es so einen Medikament nicht gibt, setzt du dann so kleine Druiden die dann selber auszumixen oder...
00:10:09: Alles geht nicht aber vieles geht sehr wohl und das ist auch unser Alltag.
00:10:13: Es gibt durchweg immer Lieferausfälle.
00:10:15: Wir sind ja besonders stolz darauf wenn wir es schaffen dass die Liefausfälle gar nicht durchdringen.
00:10:21: zur Ärzteschaft und zu den Patienten, wenn wir das abfedern können.
00:10:24: Und da verlagert sich durchaus auch vieles in den Produktionsbereich.
00:10:29: Da ist glaube ich mein Kollege Stefan der Richtige dafür.
00:10:34: Das war schon deine Überleitung zum Stephan.
00:10:36: Stephan bei euch läuft ein Betrieb rund um die Uhr?
00:10:39: Was bedeutet das jetzt ganz konkret?
00:10:41: Ja es ist Universitätsklinikum Zentralkrankeneinstalt.
00:10:44: für Südösterreich sind wir rund um die Uhr für unsere Patientinnen und Patienten am Klinikum verfügbar.
00:10:51: In Notfällen nicht nur für das Klinikum, sondern auch für ganz Österreich, wie die Christine schon angesprochen hat.
00:10:59: Wir sind eine kleine Community, wenn am Wochenende in irgendeinem Krankenhaus ein Arzneimittel dringend benötigt wird.
00:11:05: Dann helfen wir aus!
00:11:06: Wir organisieren den Transport und wir sind sehr gut vernetzt in Österreich.
00:11:10: So Notfälle werden zum Beispiel Vergiftungen... Hier haben wir Schwermetallvergiftungen oder in der Schwarmadl-Saison.
00:11:18: Bildsvergiftingen, Knollenblätterbildes, Schlangenpisse dann Frostschutzmittelvergifts und digitales Vergiftung, Schlafmittelverkäftungen zum Teil auch Gerinnungshemmer die bei schweren Verletzungen Polytrauma da verwendet werden.
00:11:34: also das sind so dringende Erzneimittel wo wir in ganz Österreich im Notfällen zusammenhelfen als Krankenhausapotheken.
00:11:40: Weil du von Vergiftungen sprichst, ich gehe mal davon aus man weiß nicht immer was die Ursache der Vergiftung ist.
00:11:47: Wie funktioniert das dann?
00:11:48: Diese Diagnose wird nicht in der Apotheke gestellt sondern die wird in der Intensivstation im Zentrum für Akutmedizin zusammen mit Labormedizinen gestellt indem man sozusagen hier analysiert was die Vergiftungs sein kann.
00:12:02: häufig ist es aber so dass man aufgrund der Ereignisse ableiten kann, was der Grund der Vergiftung sein kann.
00:12:09: Also wenn man gerade Schwammalkularsch gegessen hat und sie nicht sicher ist welche Pilze da erst wirklich enthalten worden oder wenn eine Flasche mit Frostschutzmittel neben einem Kind aufgefunden wird dann weiß man das üblicherweise.
00:12:23: Wenn man euch zuhört merkt mal schnell Krankenhausabendecke machen weit mehr als Medikamente bereitzustellen.
00:12:29: Welche Aufgaben gehören denn noch dazu Christina?
00:12:32: Ja, wir teilen unsere Arbeit gerne in vier große Bereiche ein.
00:12:37: Wir nennen das die Viersäulen der Krankenhausfamanzie.
00:12:39: Da eine Teil ist einmal die Logistik, die wir schon besprochen haben.
00:12:43: welche Medikamente brauchen wir?
00:12:45: Wie lagern wir sie?
00:12:46: Wo lagern?
00:12:47: wie kommen Sie sicher auf die Station zum Patienten?
00:12:50: Die zweite Säule, ein sehr wichtiger Teil ist auch das strategische Einkauf als Neimittel sind einfach spezielle Güter.
00:12:57: Die kann man nicht einfach wie bei Amazon bestellen.
00:13:00: Die kommen nicht einfach mit dem Transport und fallen dann quasi aus dem Arzneimittelschrank heraus.
00:13:05: Also es geht wirklich darum, diese zuverlässig vorausschauend und auch ökonomisch einzukaufen so dass immer genug da ist nichts ausgeht aber trotzdem der Verwurf gering ist.
00:13:15: und das funktioniert wirklich nur in enger Zusammenarbeit mit der eigenen Abteilung mit dem eigenen Krankenhaus.
00:13:20: wo sind die Bedürfnisse?
00:13:21: Wo müssen wir hin?
00:13:22: Wir müssen auch achten im Winter braucht andere Produkte andere Mengen als im Sommer sei es Antibiotika.
00:13:29: Die dritte Säule ist an die Herstellung von den Arzneimitteln.
00:13:32: Das haben wir auch schon besprochen, das sind Medikamente, die industriell nicht verfügbar sind um Lieferausfälle zu kompensieren.
00:13:40: und dann haben wir die vierte Säulen.
00:13:41: Ich muss jetzt zugeben, sie sind meine Herzensangelegenheit, das haben wir schon besprachen im Bereich der klinischen Pharmazie.
00:13:48: Stefan Krankenhausapotheken stellen Medikamente selbst her wie wir es schon gehört haben.
00:13:53: Welche sind denn das zum Beispiel?
00:13:54: Genau, also wir stellen patientenindividuelle Rezepturen her um wirklich individuell auf die Bedürfnisse von Patienten einzugehen.
00:14:02: Das werden zum Beispiel speziell für Kinder, für die es wenig zugelassene Erzneimittel gibt spezielle Darreichungsformen.
00:14:10: Das heißt, wenn ein Medikament nur als Tablette zum Beispiel verfügbar ist und ein Kleinkind oder Neugeborenes die Tablette nicht schlucken kann – dass wir versuchen das Ganze in eine flüssige Darreichungshorm zu bringen zur Verabreichung, dass wir für Kinder auch die Stärke ändern, dass Wir verdünnen entweder mit Flüssigkeit oder mit Pulver.
00:14:30: da wird wird die Dosis reduzieren können.
00:14:32: Und abgesehen von diesen individuellen Rezepturen Produzieren wir auch Medikamente in Kleinschargen, die von der pharmazeutischen Industrie nicht produziert werden.
00:14:42: Weil es zum Beispiel gerade für eine kurze Zeit einen Versorgungsengpass gibt oder weil er sich einfach für die Industrienicht rentiert diese Produkte herzustellen, weil der Markt einfach zu klein ist.
00:14:53: das heißt wir schließen hier eine Lücke um optimale Patientinnenversorgung sicherzustellen.
00:14:59: Ein weiterer großer Teil des Herstellungsbereichs ist die Herstellung von onkologischen Therapien, die wir tagesaktuell in der Apotheke zubereiten – das nennt man zentrale Tytostatika oder Onkologikerzubereitung.
00:15:14: Man kann sich das so vorstellen ein Patient kommt auf die oncologische Ambulanz und auf die Tagesklinik.
00:15:20: da wird vom Arzt beurteilt ob der körperliche Zustand in Ordnung.
00:15:25: Es werden noch Laborparameter und andere Parameter abgenommen, dann wird beurteilt ob die Therapie an diesem Tag verabreicht werden kann.
00:15:31: Ob Dosisanpassungen erforderlich sind?
00:15:34: Und der Arzt gibt diese Verordnung in ein Computersystem ein wo es zur Apotheke gelangt und der Apotheker führt eine Plausibilitätsprüfung durch schaut ob die Parameter zusammen passen, die Dosierungen passen und danach wird das freigegeben und wirklich aktuell von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterin für diesen Patienten hergestellt.
00:15:57: Das ist ja total spannend, wenn ich mir diese Bereiche, wenn ihr euch in der Krankenhausapotheke besuchen darf.
00:16:03: Ihr habt hier richtig große Rheinräume und da kann man nicht einfach so einigen und ausgehen sondern dann muss man sich mit Haube- und Sterilaunzug einkleiten und muss dann auch noch durch Schleusen durch damit wirklich kein Schmutz hinein kommt.
00:16:16: Und wenn man da in der Schleuse drin ist, da ist man ja dann nicht nur gut drinnen Sondern darauf verbringt es dann ganze halb Tage drinnen oder?
00:16:23: Genau also die größte... Herausforderung, das größte Risiko bei der Herstellung von diesen sterilen Arzneimitteln also Infusionslösungen müssen steril sein.
00:16:32: Das bedeutet es dürfen keine Keime enthalten sein ist die Vermeidung von Kontamination durch den Menschen.
00:16:39: der Mensch ist die größte Kontaminationsquelle in so einem Rheinraum weil wir an unserer Hautoberfläche viele Keime einfach haben, die uns als gesunden Menschen für uns nicht schädlich sind und deshalb setzen wir ganz viele Maßnahmen und dass hochtechnologisch unsere Rheinräume auf und wir müssen viele Maßnahmen setzen, damit wir diese Kontamination vermeiden.
00:16:59: Wie die Alexion gesagt hat Wir schliessen uns ja über verschiedene... Schleusen, das sind Räume die dann immer in den nächsten Reihenraumklasse führen.
00:17:07: In den Kernbereich, den Herstellungsbereich ein haben entsprechende Ausrüstung, sterile Kleidung Handschuhe Mundschutz Augenbrillen zum Teil und stellen dann eben Sterile als Neimittel her.
00:17:21: Und es ist wirklich eine sehr herausfordernde Tätigkeit weil man da drei vier Stunden in diesem Bereich tätig ist.
00:17:27: Die Mitarbeiter aber dennoch die diese Arbeit machen machen sie gerne mit viel Einsatz und Engagement.
00:17:34: Und nur für die Dimensionen, also bei der Zytostatika-Ankologikerherstellung stellen wir zum Beispiel täglich an die Hundertfünfzig bis Zweihundert Zubereitungen her – die Tagesaktuell auf die Ambulanzen und Tagesklinikenstationen für onkologische Therapien gehen.
00:17:49: Das sind im Jahr ungefähr fünfundsechzigtausend Zuberechtungen!
00:17:52: Wie kann ich mir diese Herstellungsbildlich vorstellen?
00:17:55: Habt ihr da so unterschiedliche Gefäße, wo er dann über etwas rausnimmt?
00:18:02: Man muss unterscheiden zwischen dieser Zubereitung von onkologischen Therapien.
00:18:06: Da schaut es so aus, dass man aus registrierten Arzneimitteln das zu kaufen gibt von der Industrie die aber aufgrund aus Stabilitätsgründen zum Teil noch nicht in Lösung vorliegen oder eben als Konzentrate vorliegen, um die Dosierung individuell auf den Patienten anpassen zu können.
00:18:24: Und aus diesen sterilen fertigen Arzneimitteln wird dann unter sterilen aseptischen Bedingungen und dazu Hilfenahme von Spritzen und Nadeln werden diese Lösungen mit Trägerlösungen verdünnt, die dann infundiert werden – man stellt Infusionsbeutel zum Beispiel her!
00:18:42: Das heißt man führt ein Fertigatsneimmittel, überführt einen Beutel mit Kochsalzlösung zum Beispiel und das ist dann die fertige Medikation für einen Patienten.
00:18:52: Und in dem anderen Bereich der sterilen Herstellung was mein Verantwortungsbereich ist zum Beispiel stellen wir ihn wirklich aus Rohstoffen Und Wasser, meist Wasser ist das Lösungsmittel, dass wir verwenden.
00:19:05: Das heißt wir haben ein Pulver.
00:19:06: Schaut aus wie gemalerner Zucker.
00:19:08: Da sind verschiedene Substanzen die wiegen wir ein auf einer Waage.
00:19:12: Das wird alles digital dokumentiert.
00:19:15: Damit die Schargen, die wir verwenden vom Backmittel von den Substanzen aus diesen Rohstoffen stellen wir dann Augentropfen her, Injektionslösungen und Infusionslösung.
00:19:26: Das ist jetzt dieser Merakulix zum Beispiel.
00:19:28: Wir machen wirklich aus den Substanzen fertige Qualitätvolle Arzneimittel.
00:19:35: Für alle Zuhörer der Stefan hat keinen langen weißen Bart.
00:19:40: Er kann's nur, so wie der Miracolix!
00:19:42: Ja was der Stefan jetzt eigentlich nicht gesagt hat bei dieser Herstellung von den Medikamenten für die Krebstherapie das sind ja sehr stark wirksame Medikamente weil mit denen will man ja an Krebs bekämpfen und es ist ja bekannt dass diese viele Nebenwirkungen machen.
00:19:58: und deswegen gehts doch nicht nur darum dass unter sterilen Bedingungen hergerichtet werden sondern man muss auch Schützen, die das zusammenmischen.
00:20:07: Weil sie dürfen keinen direkten Kontakt mit diesen Krebsmedikamenten haben weil bei denen könnte es dann ganz furchtbare Reaktionen auslösen.
00:20:15: deswegen ist es oft so also das ist auch für mich faszinierend weil in der öffentlichen Apotheke könnten wir sowas gar nicht machen dass die Leute dann hinter einer Glaswand arbeiten und damit Gummihands schon zur Waage zu fahren.
00:20:27: Also das schaut ganz spektakulär aus.
00:20:29: aber das können wir im Podcast heute leider nicht herzahlen.
00:20:32: Genau, das nennt man Isolator.
00:20:34: Was dir Alex da beschreibt ist eine Werkbank die nur Handschuhe zum Eingriff hat.
00:20:39: Das heißt man ist komplett physisch von dem Produkt getrennt als Mitarbeiter um zu verhindern dass einerseits das Produkt kontaminiert wird wie ich beschrieben habe und andererseits auch die Mitarbeiter durch diese gefährlichen Substanzen hier beeinträchtigt werden.
00:20:55: Das ist auch der Sinn dahinter, warum man das zentral in einer Apotheke macht.
00:20:59: Diese Zubereitungen und nicht vor Ort auf den Stationen, auf den Ambulanzen, dass man im Krankenhaus Eine Stelle hat die Spezialisiert, ist für die Arbeit mit diesen gefährlichen Substanzen und man diese Substanze nicht überall am Klinikum verteilt an verschiedenen Orten sozusagen hat.
00:21:17: Und hier die Gefahr hat dass die Mitarbeiter damit kontaminiert werden.
00:21:21: Wenn man so einen Isolator in einem Film sieht dann war es mal das danach irgendwas Schreckliches passiert.
00:21:27: Ist bei euch schon noch was passiert?
00:21:29: Nein bisher Gott sei Dank!
00:21:30: Noch nie
00:21:31: Okay
00:21:32: Aber man muss sagen, es gibt da ein ganz ausgefeiltes Notfallmanagement.
00:21:36: Das muss es in solchen Fällen immer geben.
00:21:38: was passiert wenn man was verschüttet und irgendwas zerschluckt oder so weil das könnte dann eben wirklich ganz gefährlich werden.
00:21:45: Deswegen ist es in diesem System ja auch so dass du nicht ein Apotheker allein arbeitest sondern man hat doch immer das sogenannte Vier-Augenprinzip d.h.
00:21:55: du sitzt noch irgendjemand anderer bei einem Bildschirm und schaut stimmt das wohl?
00:21:59: Was der dort einwiegt bzw.
00:22:01: Ich weiß immer, man muss das am Computer glaube ich auch immer irgendwie abklicken sonst lasst dann das System nicht weiter arbeiten.
00:22:07: Genau.
00:22:07: Die meisten unserer Herstellungen werden eben von einem Computer, von einem Rezepturprogramm begleitet.
00:22:13: Das heißt da poppt auf einen Bildschirm auf wiege so und so viel Gramm einer Substanz ein oder entnehme so undso viele Milliliter aus einem Fertigarzneimittel und dann kommen immer die nächsten Schritte und man wird schrittweise sozusagen durch diese Herstellung geleitet.
00:22:28: Und die Arbeit der Apotheker ist eben diese Anlage dieser Rezepturen und die Begleitung und Sicherstellung der Qualität.
00:22:36: während
00:22:37: Genau, also es ist ein Unterschied ob jetzt jemand die Krebstherapie bekommt und siebzig Kilo hat oder ob das ein Kind mit zwanzig Kilo kriegt.
00:22:45: Er hat beim unterschiedlichen Dosis stärken und es hängt ja auch oft gerade bei einer Krebstherapie auf.
00:22:53: So wie der Stefan schon gesagt hat, da wird ja vorher ein Blutbild gemacht und wenn man sieht das Blut-Bild ist jetzt nicht so toll dann kann man vielleicht nicht so eine ganz hoch dosierte Chemotherapie bekommen wie ursprünglich geplant war.
00:23:05: Und auf das muss die Apotheke dann immer ganz schnell und individuell reagieren können.
00:23:09: Da
00:23:09: habt ihr wirklich eine Riesenverantwortung, muss man sagen?
00:23:12: Und man braucht wahrscheinlich auch ruhige Hände zum Arbeiten.
00:23:15: Ja also die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die an diesen Werkbänken arbeiten, das muss man auch noch einmal betonen.
00:23:21: Das sind meistens keine Apotheker sondern es sind BKA's, die bei uns diese Tätigkeit ausführen.
00:23:28: da wirklich Hut ab von diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
00:23:32: Da kann man an dieser Stelle ein großes Danke aussprechen weil das sind dann keine einfache Arbeitsbedingungen.
00:23:37: Die stehen irrsinnig unter Stress weil sie so viele Therapien am Tag zubereiten und das ist wirklich sehr herausfordernd.
00:23:43: Eine große Herausforderung ist auch die Logistik am LKH Graz.
00:23:47: Wie sieht die aus?
00:23:48: Ja, also vielleicht nur ganz kurz ein paar Kennzahlen... In Summe sind wir als Apotheker im Klinikum für zwanzigtausend unterschiedliche Produkte verantwortlich, die wir bestellen und kommissionieren.
00:23:59: Das heißt es sind immer so ungefähr zweihunderttausende Packungen in der Apotheke in verschiedenen Lagerbereichen lagern.
00:24:07: Wir legen großen Wert darauf, dass wir in diesem Logistikbereich hohe Qualitätsanforderungen erfüllen und dass wir schauen, dass die Medikamente unter den vorgeschriebenen Lagerbedingungen gelagert werden.
00:24:18: Wir haben Tiefkühlschränke, wir haben einen Kühlraum, ein Raum für Lagerware, für Temperatur geführte Arzneimittel und dann haben wir einen Kommissionierautomaten wo meistens so sechzigtausend Arzneimmittel lagern Und zusätzlich haben wir noch ein paar Lettenlager, das bis vier Meter fünf Meter hoch ist wo wir große Infusionslösungen lagern.
00:24:42: All unsere Lagerbereiche sind permanent monitiert
00:24:46: d.h.,
00:24:47: die Temperatur und die Raumluftfeuchte wird permanent aufgezeichnet und wenn der Wert gewisse Alarmgrenzen über oder unterschreitet erfolgt eine automatische Alarmierung.
00:24:58: D.h.
00:24:58: wir legen großen Wert auf die Lagerung und auf Qualität.
00:25:03: die weiteren Logistikschritte sind, also Stationen fordern über unser Warnwirtschaftssystem an.
00:25:08: Es wird in der Apotheke kommissioniert.
00:25:10: Fünfzig Prozent der Kommissioniertätigkeit erfolgt vollautomatisch durch unseren Kommissionierautomat.
00:25:16: Das heißt es gibt Transportkisten, die einen Barcode enthalten, das heißt man weiß zu jedem Zeitpunkt welches Medikament in welcher Kiste lagert und diese Kisten in die dann kommissionieren werden über Transportwägen, die wiederum eine Identifikationsnummer haben.
00:25:36: diesen Kisten zugeordnet wird, dann am Klinikum und das Klinikum hat eine Fläche von sechzig Hektar über ein unterirdisches Dundelsystem ausgeliefert.
00:25:46: Das ist Teil unserer Betriebslogistikabteilung und über dieses Logistiksystem können wir die Auslieferungen von den Medikamenten auf die Stationen vollständig nachvollziehen.
00:25:57: Das kann man sich vorstellen wie so eine Sendungsverfolgung wenn man von der Post ein Paket erwartet.
00:26:03: Das heißt, wir haben diesen Prozess voll unter Kontrolle und wir legen da großen Wert auf Qualität.
00:26:09: Ich gehe davon aus dass im unterirdischen Tunnelsystem jetzt nicht der Paket-Dienst herumfährt oder?
00:26:14: Wie läuft das ab?
00:26:14: Genau!
00:26:15: Wir haben da E-Schlepper Das heißt, es gibt ein Zugfahrzeug und dann werden Transportkisten hinten angehängt.
00:26:22: Und das sind eben keine Apothekenmitarbeiter sondern Mitarbeiter der Transportlogistik die unsere Waren, die wir bereitstellen und kommissionieren, die Apothecken waren dann sozusagen ausliefern ja?
00:26:34: Und um die Waren und die Medikamente vor fremden Zugriff zu schützen, ist jede Kiste verplompft.
00:26:40: Und jeder Transportwagen noch einmal verplompt.
00:26:42: Man kann das ganze eben zu hundert Prozent nachvollziehen.
00:26:45: Bei der Christine schaut es ja ein bisschen anders aus weil die Elisabethinnen sind doch ein bisschen kleineres Haus aber auch da ist es also wenn ich sie besuchen gehen darf als Apothekerin in der öffentlichen Apotheke.
00:26:58: wir haben hier eine Lade da sind dann drei Packer Antibiotika drinnen und da steht dann eine Palette mit Gaunsteuer in Antibiotika, die ich vielleicht auch mal im Jahr brauche.
00:27:08: Und diese Riesengröße hat dann ca.
00:27:11: Hüfthöhe bei mir, das ist immer ... Also für mich ist es einfach sehr spannend schon als normaler öffentlicher Apotheker das zu sehen.
00:27:19: Ich denke, man kann sich überhaupt nicht vorstellen, welche Werte da in diesen Krankenhaus-Apotheken lagern.
00:27:25: Von welchen Werten sprechen wir da?
00:27:26: Das musst du die Kolleginnen fragen!
00:27:30: Ich weiß nicht, ob man das so überhaupt in Zahlen ausdrücken kann.
00:27:33: Aber man muss auch unterscheiden.
00:27:34: es gibt jetzt Neimittel die sind im einstelligen Bereich von den Kosten her und dann haben wir Medikamente die kosten Millionen bzw.
00:27:41: die ganzen Therapien für Patienten kosten Millionen.
00:27:43: nicht umsonst haben wir die Diskussion um die als Neimittelkosten.
00:27:48: Datache ist.
00:27:49: es gibt einfach immer neuere bessere Therapien die halt auch dementsprechend viel kosten.
00:27:55: Die landen aber dann weniger enden von kranken Häusern, sondern das sind eigentlich alle immer im Klinikum.
00:28:02: Bei dir?
00:28:03: Ich glaube, das ist ganz bekannt.
00:28:04: Das ist der teuerste Medikament für einen seltenen Gen-Deffekt.
00:28:08: Ist es Zollgenzmer?
00:28:10: Genau!
00:28:10: Also ein bis drei, vier Mal im Jahr kommt auch dieses Medikamt bei uns zur Anwendung.
00:28:16: Es ist im Bekannt dafür, dass es derzeit das teuereste Medikamentermarkt ist – dieses ZollGenzmer.
00:28:22: Wie sieht denn das aus?
00:28:22: Ist das ein flüssiges Mittel oder Tablettenform?
00:28:25: Es
00:28:26: ist was Flüssiges und schaut aus wie jedes andere.
00:28:29: eine Durchstichambule also ganz unscheinbar.
00:28:32: Ja,
00:28:32: weil du sagst das teuerste.
00:28:34: Was kostet eine Flasche?
00:28:35: Zwischen ein und zwei Millionen.
00:28:37: Und warum ist es so teuer?
00:28:39: Naja man muss bedenken dass die Pharmaindustrie da viel Geld in Forschung und Entwicklung steckt diese Medikamente dann für eine gewisse Zeit einen Patentschutz erfahren.
00:28:51: Diesen Patentschutz gibt es dann die Möglichkeit für Mitbewerber sozusagen hier auch ein ähnliches Präparat auf den Markt zu bringen.
00:28:59: Das nennt man dann Generecom oder Biosimilar bei biologischen Arzneimitteln und in dieser Zeit hat die Pharmafirma natürlich ein Interesse und sonst würden sie auch nicht wirtschaftlich betrieben werden, die Forschungs- und Entwicklungskosten hereinzuspielen.
00:29:17: Und bei seltenen Erkrankungen, die zum Beispiel in unserem Bereich jetzt vielleicht ein-, zwei-, dreimal im Jahr diese Therapie benötigen kann man sich vorstellen dass das jetzt nicht den Massen verkauft wird.
00:29:28: eben und die Entwicklungskosten sind aber genauso hoch wie für so einen Blockbuster sozusagen, der häufiger verkauft werden.
00:29:35: Und dann muss man anscheinend dem Preis für die einzelne Gabel heute entsprechend anpassen.
00:29:40: Aber kann solange dieser Patentschutz aufrecht ist?
00:29:44: Kann da dann verlangt werden, was man will oder gibt es dort schon auch Regulatoren?
00:29:49: Es
00:29:49: gibt daraus Regulaturen.
00:29:51: Da ist ja jetzt zum Beispiel eine Arzneimittelkommission neu eingeführt worden noch unter dem letzten Gesundheitsminister Rauch und die entscheidet dann ob man so ein Präparat in Österreich wirklich finanzieren möchte oder ob man nicht mit etwas anderem auch durch kommt.
00:30:07: Und das gibt ja auch in jedem Krankenhaus die sogenannten Heilmittelkommisionen weil wir eben gesagt haben Dekarinnen und Apotheker sind natürlich nicht nur für die praktische Arbeit zuständig, sondern sie müssen dann eben auch beraten.
00:30:20: Gibt es da vielleicht was Ähnliches?
00:30:22: Was günstiger wäre?
00:30:23: Und das gibt ja dann in jedem Krankenhaus die sogenannte Hausliste.
00:30:27: Vielleicht möchtet Sie erzählen, was das ist noch dem der Stefan Schogenerika angesprochen hat.
00:30:32: Ja gut,
00:30:32: die Hausliste wird in einem Gremium beschlossen.
00:30:36: Das nennt sich als Neimittel-Kommission.
00:30:38: Da sitzen Vertreter von allen Abteilungen des Krankenhauses drinnen und vom jeweiligen Krankenhaus ein Vertretern von der Apotheke natürlich.
00:30:47: Und da wird gemeinsam aus ökonomischen Gesichtspunkten und auch aus Gesichtspunktem was ist der Bedarf an Medikamenten in diesem Krankenhaus beschlossen welcher als Neimittel vorrätig sind?
00:30:59: wenn ihnen das gelistet sind und im Krankenhaus in Verwendung sind.
00:31:05: Kommt ein Patient, der etwas anderes braucht was in dieser Kommission nicht beschlossen wurde.
00:31:09: es gibt immer Einzelfallentscheidungen aber die laufen dann extra mit extra Antrag.
00:31:13: Und
00:31:13: dass ist auch der Grund für alle die schon einmal stationär in einem Krankenhaus waren weshalb man häufig nicht mit dem selben Medikament dass man vom niedergelassenen Arzt verordnet bekommen hat der weiter therapiert wird, weil bei der Aufnahme wird ihm auf die Hausliste umgestellt.
00:31:33: und im Gegensatz zur öffentlichen Apotheken haben wir im Krankenhaus eben von einem Wirkstoff beziehungsweise von einer Stärke immer nur ein Präparat von einer Firma auf Lager.
00:31:44: Und so kommt es dann im Zuge des Krankenhausaufenthalts zu diesen Umstellungen.
00:31:49: Genau, weil es so vorher gesagt worden ist.
00:31:50: Ich habe zu ca.
00:31:51: sechzigtausend unterschiedliche Präparate eröffentlichte Apotheke kaum schon durchaus auch zehn tausend haben aber die haben dann halt wenn ich jetzt da einen Wirkstoff nennen darf sagen wir an Cholesterinsenker sind was das denn?
00:32:04: Den haben wir dann in drei verschiedenen Stärken von circa zwanzig verschiedene Firmen.
00:32:10: also wir haben dann drei Laden voll was praktisch immer das gleiche ist und die Krankenhaushapotheke hat nur eine Packung.
00:32:18: Entlassungsmanagement durchaus auch immer ein Thema, wenn die Leute aus dem Krankenhaus rauskommen und da steht dann auf dem Entlassungsprief was anderes drauf wie du schon gesagt hast.
00:32:28: Und manchmal weiß dann auch der Hausarzt ja weiterverordnet gar nicht dass das gleiche Medikament ist weil es zu vielerweise ganz anders heißt und schreibt es dann neu auf.
00:32:38: Deswegen ist eben auch entlassungs- management ein ganz wichtiger Bereich in einer klinischen Formatie
00:32:43: Okay.
00:32:44: Wie werden eigentlich Krankenhäuser versorgt, die keine eigene Krankenhausapotheke haben?
00:32:48: Also Krankenhäusern, die keinen eigenen Krankenhaus-Apotheke haben... müssen ihren Arzneimittelbedarf von einer Apotheke aus dem europäischen Wirtschaftsraum beziehen.
00:33:00: Das heißt, bei unseren öffentlichen Krankenanstalten der Kages zum Beispiel ist es einfach so dass diese den Bedarf von Krankenhausapotheken innerhalb der Kagers beziehen weil die ja auch Apotheken im europäischen wirtschaftsraum sind.
00:33:14: für private Krankenanstalten ist das individuell organisiert zum Teil öffentliche Apotheken aus Österreich, die sie beliefern oder andere Krankenhausapotheken was auch möglich sind.
00:33:27: Aber diese Krankenhäuser haben wir meistens ein sogenanntes Medikamenten-Debo, was zum Teil von der Pflege oder von formazeutisch kaufmännischen Assistentinnen und Assistenten betreut wird das heißt ein kleines Arzneimittelager für dieses Krankenhaus eben wie schon Eingangs erwähnt, im Zuge dieser Konziliar-Apotheker-Dätigkeit, quartalsweise von einem Apotheker inspeziert und überprüft wird.
00:33:53: Aber die Verantwortung für Arzneimittel in solchen Krankenhäusern, die keine Krankenhausapotheke betreiben, liegt ihm beim ärztlichen Direktor bei der Ärztlichen Leitung ja?
00:34:04: Und er delegiert dann gewisse Tätigkeiten.
00:34:07: Schauen wir weiter zur Patientensicherheit Stefan!
00:34:09: Patientensicherheit beginnt ja lange, bevor ein Medikament beim Patienten ankommt.
00:34:13: Welchen Beitrag leistet die Krankenhausapotheke dazu?
00:34:16: Ja genau also.
00:34:17: im Grunde bei all unseren Tätigkeiten steht der Patient und die Sicherheit für den Patienten im Mittelpunkt Und es beginnt zum Beispiel beim Einkauf und bei der Beschaffung von Medikamenten, dass wir uns bevor eine Bestellung bei einem Lieferanten-Tätigkeiten versichern.
00:34:35: Dass dieser berechtigt ist mit Arzneimitteln zu handeln und entsprechende Zertifikate und Qualitätsdokumente einholen.
00:34:41: und erst danach wird zum Beispiel einen Lieferant bei uns im Wirtschaftssystem angelegt.
00:34:47: Das Ganze nennt man Lieferandenqualifizierung in Fachschaggon.
00:34:50: Dann habe ich schon angesprochen welch großen Wert wir auf Qualität legen im Bereich der Versorgung der Station durch unsere Temperatur und Monitoring der Räume, die Überwachung der Lagerräume und die Überwachung des Transports.
00:35:05: Das sind alles Maßnahmen in dem Bereich der Logistik, die zur Patientensicherheit beitragen.
00:35:11: Im Bereich der Herstellung ist es so dass wir einen großen Aufwand betreiben um die Qualität der Herstellungen sicherzustellen.
00:35:20: Und es ist irrsinnig wichtig, weil wenn man hundertsiebzig tausend einzelne Einheiten, Abgabeinheiten, Fläschchen, Spritzen, Infusionsbeutel im Jahr herstellt kann man sich vorstellen wie viele Patientinnen wir erreichen.
00:35:32: und wenn da irgendwas einmal kontaminiert ist oder die Qualitet nicht passt dann wäre das fatal.
00:35:37: also das ist der Worst Case den wir alle ausschließen wollen.
00:35:41: deshalb legen wir großen Wert auf die Etablierung eines sogenannten pharmazeutischen Qualitätssystemes.
00:35:47: unsere Rohstoffe werden bei Wadeneingang, wenn sie zu uns geliefert werden vom Kontrollabbau überprüft auf geeignete Qualität und das gleiche passiert dann auch noch mit den Produkten die wir herstellen.
00:35:58: Wir stellen zum Teil so Kleinschaschen her um sozusagen diese Lücke zu schließen, zwischen die die Industrie nicht erfüllen kann und diese Schaschen werden dann auch bevor sie an den Patienten gelangen vom Kontrollabor.
00:36:12: Wir haben ein eigenes Kontrollapor.
00:36:13: was von Apothekern betreut wird in der Apotheke auch noch einmal überprüft.
00:36:17: das heißt es wird großer Wert darauf gelegt dass die Qualität unserer Arzneimittel sowohl der zugekauften als auch der selbst hergestellten stimmt und dass es da zu keinen Zwischenfällen kommen kann.
00:36:30: Und eine weitere Maßnahme kann, glaube ich die Kristina Besserschillung ist dann der Beitrag der klinischen Pharmazie zur Patentensicherheit.
00:36:38: Und da darf ich ja überleiten.
00:36:41: Ja, dann nimmst du schon mehr Arbeit weg!
00:36:44: Aber das ist jetzt glaube ich aufgelegt, ja?
00:36:46: Die klinische Pharmazie steigt dann ein, weil die beste Therapie und das teuerste Arzneimittel hilft einfach nicht wenn es den Weg zum Wirkort beim Patienten nicht findet.
00:36:57: Da gibt's viele Gründe und das ist genau wo wir klinischen Pharmazeuten dann auch einsteigen und versuchen zu unterstützen.
00:37:03: kann der Patient seine Tabletten schlucken, kann er damit handieren die Weißes bedienen.
00:37:09: Also kann er mit dem Pen umgehen.
00:37:11: und wenn man ein bisschen hinten nachfragt, merkt man oft wie oft Patientenmedikamente nicht einnehmen oder... Gaben auslassen, weil es halt mühsam ist.
00:37:19: Weil es gerade schwierig gegangen ist, weil die große Tablette nicht hin und da will... ...weil der Geschmack schlecht ist,... ...weils die Tablette zu groß ist.
00:37:27: Da versuchen wir wirklich helfen und unterstützen zur Seite zu
00:37:30: stehen.".
00:37:31: Was
00:37:31: versteht man eigentlich überhaupt unter klinischer Pharmazie?
00:37:34: Ich
00:37:34: habe ganz allgemein das Ziel der klinischen Pharmazies eine sichere und eine wirksame Ärzteneimitteltherapie für jeden einzelnen Patienten sicherzustellen.
00:37:42: Und es geht nur in enger Zusammenarbeit mit den Ärzten Pflege und es ist auch der Grund, warum die klinischen Pharmazeuten nicht in der Apotheke nicht im Rheinraum zu finden sind sondern wirklich auf der Station bei den Patienten.
00:37:55: Wir nehmen einen Visiten-Teil wo man wirklich ganz am Patienten ist und wirklich die Bedürfnisse des individuellen Patienten sieht.
00:38:03: denn man bezeichnet uns oft oder oft heißt all die Pharmakologen kommen Aber die Pharmakologie ist einfach die Basis unseres Wissens über die Arzneimittel.
00:38:11: Sehr wichtig, aber wir blicken dann über den Tellerrand der Pharmakologie hinaus und machen Pharmacie.
00:38:18: Auch was sind die Wechselwirkungen?
00:38:20: Was sind die Nebenwirkung, aber auch wie kommt das am besten zum Patienten.
00:38:24: Wie kann der Patient mit dem Medikament am Besten umgehen?
00:38:27: und zB von den Schluckstörungen möchte ich noch mal zurückgreifen und da habe jetzt auch eine kleine Anekdote mit.
00:38:33: Wir hatten bei einer Visite auf der internen Station eine Patientin.
00:38:37: Die Internistin war schon ratlos, die Patientin war top eingestellt mit den Medikamenten nach dem neuersten Stand der Wissenschaft.
00:38:44: Sie hat wirklich alles gehabt, da wäre Blutzuckerwerte wollten und wollten einfach nicht besser werden.
00:38:48: Dann war die Situation das es schon Mittagszeit war dass das Essenstablett absolviert wurde und sie behielt sich das Messer in der Hand des Puttermesser.
00:38:57: dann haben wir gefragt warum braucht ihr denn das Puttermässer?
00:38:59: ja damit muss ihre Tabletten zerschneiden weil sonst kann sie sich gar nicht schlucken.
00:39:03: Und wenn sie da der Blätten aber zerschneit, dann hat sie uns gezeigt.
00:39:06: Sie hatte aus einer Tablette sieben Bröseln gemacht und wenn sie diese zerschneit dann bickt das natürlich Schirch im Mund.
00:39:13: Das schmeckt bitter, das geht nicht hinunter und in Wirklichkeit hat sie viele, viele Dosen einfach ausgelassen.
00:39:18: Und es war einfach der Grund warum auch die Therapie nicht funktioniert hat.
00:39:22: Ich bin mit der ganzen Medikation mal losgestartet.
00:39:26: Wir haben gesucht, wo gibt es kleinere Tabletten?
00:39:28: Welche Hersteller machen eine bessere, leichter schluckbare Form von diesen Medikamenten.
00:39:32: Wo gibt's Kombinationspräparate und was kann man weglassen, weil die Therapie nicht mehr unbedingt notwendig ist?
00:39:39: Und wir haben wirklich von über zwanzig Tablette auf acht zuschluckende Tabletton oder Kapseln einfach hinunter reduzieren können.
00:39:46: Das hat wunderbar funktioniert!
00:39:48: Und das war mein Ziel – das sind vielleicht banale Beispiele aber mit großer Wirkung.
00:39:53: Fällt da noch ein Beispiel ein?
00:39:55: Ein Beispiel zum Entlassungsmanagement, auch eben an diesen Übergängen versuchen wir wirklich helfend einzugreifen.
00:40:01: Wir hatten eine Patientin auf der neurologischen Station, das ist sie schon viele Jahre her und dazu muss man sagen wenn man als Pharmazeut bei der Visite dabei ist es in einer beobachteten Position.
00:40:12: Man bespricht schon vorher die Medikation mit den Ärzten aber dann kann man beobachten und auch schauen wie geht's dem Patienten damit hatte Nebenwirkungen gut?
00:40:21: Und die Patientin bekam ein neues Medikament verordnet von Ärztin, die hat sie wirklich erklärt.
00:40:26: Einmal in der Woche einnehmen, Nüchtern einnehmen zwei Stunden Pause machen zu einem anderen Medikament also war wirklich eine eingehente Aufklärung und ich habe einfach in meiner Beobachter Position gesehen Die Patientin nicht abfahre aber das kommt nicht an bin dann nach der Visite noch einmal zu ihr hineingegangen.
00:40:44: Das sieht man am Blick mit nicken und nicht verstehen.
00:40:48: Und ich hab sie dann gefragt, ob ich noch mal kommen soll und mit ihr das durchbesprechen soll?
00:40:52: Sie war sehr dankbar.
00:40:54: Wir haben einen Zettel genommen und mit Ihr zusammen aufgeschrieben wie sie das einnehmen soll am besten.
00:40:59: Na gut!
00:41:00: Dann kam die Entlassung und ein paar Tage später rief mich meine Freundin von der Obersteimerkant.
00:41:05: Sie hat meine Schrift erkannt auf diesem Zettl wo wir aufgeschreiben haben... ...und die Patientin stand dort und hat zu ihr gesagt Danke, sie brauchen mir nichts mehr erklären.
00:41:13: Ich weiß das genau und genauso werde ich es machen, weil so habe ich's
00:41:15: verstanden.".
00:41:17: Ja, das ist ganz wichtig!
00:41:19: Weil wenn die Leute oft entlassen werden – ich hab' das selbst schon erlebt, da geht's um ein spezielles osteoporose-Medikament.
00:41:26: Das darf eben nur einmal in der Woche.
00:41:29: unbedingt auf nüchternen Magen eingenommen werden und wichtig ist aber dann grundsätzlich damit das osteoporose Medikament wirken kann, dass dann Calcium und Vitamin D dazu eingenomen wird.
00:41:40: Aber eben nicht gleichzeitig sondern mit zweistündigen Abstand.
00:41:44: Und diese Nachricht ist etwas komplexes weil wenn der Arzt viele Infos auf einmal vermittelt dann verstehen die Leute nur das Kärt gemeinsam eingenauen was ja grundsächlich stimmt aber eben nicht gleichzeitig auch in der öffentlichen Apotheke heraus, die das dann wochen oder monatelang gemeinsam einkommen haben.
00:42:04: und es ist bei so einem teuren Medikament hast du eigentlich kein Benefit weil das wird dann unvertaut ausgeschieden mehr damit.
00:42:10: Ich
00:42:10: verstehe das total.
00:42:11: also ich sage jedes mal wenn ich in der apotheke bin bitte schreibst mir alles auf die Verpackung rauf weil ich glaube ihr habt schon vergessen wenn ich rausgegangen bin wie man das jetzt in welchen Abständen und wann einnimmt.
00:42:21: Ja vor allen Dingen muss ich das vorstellen dass für den Patienten ja auch eine Stresssituation.
00:42:25: der kriegt da irgendeine ärztliche Nachricht vermittelt, die es ja oft nicht irgendwie positiv sein wird.
00:42:31: Und der verarbeitet das noch immer geistig und dann wird er mir schon erklärt diese Tablette eins nehmen, so Tablette zwei, so tablette drei... Das ist dann sehr viel!
00:42:41: Deswegen ist gut wenn's nicht nur der Arzt sagt sondern wenns dann eben auch nach hinten nachgeschaltet den Apotheker gibt zuerst in der Krankenhaus-Apotheke und dann auch nochmal mit dem Apotheken im öffentlichen Bereich dass die Nachricht irgendwann auch kommt.
00:42:54: Kristine Welto, die zusammenarbeit zwischen Krankenhausapothekern Ärzte in den Ärzten und Pflegekräften vorhin angesprochen hast hat sich die in den vergangenen Jahren irgendwie verändert?
00:43:04: Durchaus.
00:43:05: Wir sind nicht mehr so exoten auf der Station.
00:43:09: Vor zehn Jahren, als ich wirklich auf der Station mit der Arbeit angefangen habe, kamen die Frage, was?
00:43:15: Mitarbeiter kannten mich ja.
00:43:16: Was machst du da?
00:43:17: Warum bist du nicht in der Apothekeron?
00:43:19: Hat mich veranlasst, dass ich einen Artikel in einer Mitarbeiterzeitung geschrieben hab.
00:43:23: Was macht die Apothekerin da aufs Station und versucht zu erklären, was wir den vormittagslang machen und wie wir helfen können?
00:43:34: Ja, mittlerweile sind wir keine Exoten mehr.
00:43:36: Mittlerweile sind wir willkommen und sehr geschätzt.
00:43:39: Und die schönste Belohnung oder die schöneste Anerkennung ist einfach wenn ich von der Visite mit meinem Visitenwagen quer durchs Haus wieder in die Apotheke zurückgegangen bin dass dann andere Ärzte von anderen Visitenteam sagen was warum kommst du nicht einmal mit mir mit?
00:43:54: Wann kommst Du bitte mit mir Mit?
00:43:57: Ja, aber ich glaube das ist auch nicht in allen Krankenhäusern gang und gäbe oder?
00:44:02: Also ich kann jetzt nur von meinen Krankenhäuser sprechen in denen ich gearbeitet habe.
00:44:07: Wir haben es natürlich aufgebaut über Jahre.
00:44:09: diese Form der Zusammenarbeit unter klinischen Pharmazien funktioniert total toll.
00:44:13: gegenseitige Wertschätzung.
00:44:16: Ja, ich habe noch ein Beispiel.
00:44:18: Wir haben immer die Mitterweiteinführung gemacht mit den neuen Ärzten und haben uns als Apotheke vorgestellt was wir machen wie wir zusammenarbeiten das überall wo Medikament umsteht eine Apotheker gefragt werden kann dazu.
00:44:31: Und da waren zwei junge Anästhesiefachärzte und der erste hat gesagt mei total klasse.
00:44:36: in Wien hatte ich das auch in meiner apotheke auf den Inzit-Station.
00:44:39: seid ihr wohl da auch vor Ort?
00:44:41: Ich konnte ihn beruhigen ja passt wir sind da auch da.
00:44:44: wir werden euch weiterhelfen.
00:44:45: Kollege war sehr nett und hat ganz ehrlich gefragt, was macht sie denn?
00:44:52: Schauen ob die Medikamente zusammenpassen, Wechselwirkungen.
00:44:55: Gut wir haben es immer gelehrt und ein paar Wochen später erkannte dann unsere Telefonung und er wusste durchaus wo er seine Informationen herbekommt und wir waren ein tolles Team und haben knifflige Fragestellungen gemeinsam gelöst.
00:45:07: Ja schön wenn die Arbeit auch anerkannt wird.
00:45:11: Alexandra die klinische Pharmazie spielt inzwischen auch außerhalb der Krankenhäuser eine immer größere Rolle, wie entwickelt sich dieser Bereich?
00:45:19: Das hat damit zu tun dass die Bevölkerung immer älter wird leider nicht gesund ist und deswegen auch ganz viele als Neimittel braucht.
00:45:29: Und deswegen machen auch immer mehr Apothekerinnen in öffentlichen Apothekers eine Zusatzausbildung in klinischer Formazie und versuchen dann im niedergelassenen Bereich mit Hausärzten gemeinsam oder vor allen Dingen in Kombination mit Primärversorgungseinheiten das Gleiche zu machen, was die Christine direkt am Krankenhausbett macht.
00:45:50: Das heißt wir versuchen da eben auch die Anzahl der Arzneimittel zu verringern oder zumindest die Anzeil der Dosen, die täglich eingenommen werden müssen.
00:45:59: Oder wir schauen – das hatte ich letztendlich mal bei Patienten die Laktoseintoleranz an und wenn es da fünf Parallelarm-Bitter gibt dann schaut man Natürlich gibt es da vielleicht eine Tablette, die laktosefrei ist und kann ich die dann den Patienten empfehlen.
00:46:15: Also das ist als Bereich klinischer Pharmazie.
00:46:18: Wie versteht?
00:46:18: Es ruft sich dann den Arzt an und gebt Empfehlungen ab oder...?
00:46:22: Genau, das ist also entweder Fragen uns die Patienten direkt in der Apotheke oder es gibt auch mit einigen Apotheken Kooperationen mit Arztpraxen.
00:46:31: Da kann man dann zur Beratung hingehen oder der Arzt überweist und der Anführungszeichen den Patienten dann direkt zu mir in die Apotheker Und entweder bekomme ich nur die Unterlagen des Patienten oder der Patient kommt auch direkt und schildert mir sein Problem.
00:46:46: Also mache ich bei uns in der apotheke auch in Zusammenarbeit mit unserem Primärversorgungszentrum hat natürlich auch den Vorteil.
00:46:54: Ich kann natürlich auch dem Patienten allein nur beraten, aber wenn ich das in Kombination mit einem Arzt mache dann weiß ich auch sicher dass diese Empfehlungen die ich mache umgesetzt werden.
00:47:04: ärztlicher Seite.
00:47:06: Stefan welche Rolle spielen Digitalisierung und künstliche Intelligenz heute bereits in eurer täglichen Arbeit?
00:47:13: Also derzeit in unserer tägliche Arbeit noch Eher eine untergeordnete Rolle.
00:47:18: Ich habe schon erwähnt, dass zum Beispiel fünfzig Prozent unserer Kommissioniertätigkeit von einem Automaten erfolgt.
00:47:25: aber für die Zukunft gibt es da ein großes Potenzial was in verschiedenen Bereichen möglich ist.
00:47:32: Zum Beispiel beginnt das schon bei der Verordnung durch den Arzt in der elektronischen Fieberkurve beispielsweise wo Computer gestützte Systeme, die ärztliche Entscheidung unterstützen und schon auf Wechselwirkungen und Interaktionen von Arzneimitteln zum Beispiel aufmerksam machen können.
00:47:50: In weiterer Folge ist das dann in der Klinik im Medikationscheck, klinisch-formalzeutische Betreuung von den Apothekern, können solche Systeme dann auch wieder unterstützen.
00:48:00: Dann wenn man die Logistik anschaut wie die Tablette Zum Patienten kommt, gibt es zum Beispiel an der MedUniGradz gemeinsam mit dem Uniklinikum ein Forschungsprojekt wo das Ausdeilen der Tabletten durch die Pflege durch einen KI unterstütztes System überprüft wird.
00:48:21: Also man muss sich das so vorstellen, derzeit werden ja ganze Packungen auf die Stationen geliefert und die Pflege macht dann entweder im Nachtdienst oder irgendwann am Tag.
00:48:30: Einzelt sie dann aus diesen Packungen für jeden einzelnen Patienten laut Verordnung in der Fieberkurve, die Tabletten aussehen.
00:48:36: So genannte Dispenser, die dann ans Patientenbett gebracht wird.
00:48:40: Das
00:48:41: sind diese blauen Schachter und das kennt ja jeder mit dem Schieber...
00:48:45: Von Oma und Opa kennt man das?
00:48:47: Genau!
00:48:48: drei bis vier Fächern, wo dann ganz viele Tabletten drinnen sind.
00:48:52: Und weil der Stefan grad vorher die elektronische Fieberkurve angesprochen hat, sehr viele ältere Leute werden das ja noch kennen.
00:48:58: Früher hing er auf jeden Krankenhausbett so ein Zettel drauf.
00:49:02: da ist dann die Temperatur eingetragen worden und möglicherweise Gewicht und Erzneimitteltherapie.
00:49:09: Und was alles für eine Untersuchung macht, weil es ist eben die sogenannte Fieberkurve.
00:49:14: Die war früher handgeschrieben und Ärztehandschriften sind ja bekannt dass sie nicht so gut lesbar sind.
00:49:20: Deswegen war die Umstellung auf eine elektronische Fiebergurve also das alles digitalisiert ist.
00:49:24: Das ist schon ein sehr großer Fortschritt und auch ein sehr grosser Sicherheitsfaktor.
00:49:29: Zurückzukommen auf diesen Prozess des Auseinzelns durch Pflege.
00:49:32: Die Arbeitsgruppe von Prof.
00:49:34: Sendlhofer am Klinikum arbeitet da an einem System.
00:49:37: Dieser Prozess des Auseinzelns sollte im Idealfall im Vier-Augenprinzip passieren, weil natürlich da die Gefahr besteht dass man da Blätten verwechselt falsche Dosierungen vom gleichen Präparat hier für die Patienten auseinzelt und um hier Personal einerseits einzusparen oder für andere Tätigkeiten frei zu machen.
00:49:56: Und um auch die Sicherheit zu erhöhen kann man jetzt einen Dispenser in eine Foto Kammer stecken, da wird ein Foto gemacht und ein Computersystem erkennt dann die einzelnen Tabletten.
00:50:08: Und weiß genau darauf hin ob das Ausdeilen so zu sagen erfolgreich war oder ob hier ein Fehler vorliegt.
00:50:15: ja?
00:50:15: Das ist gerade ein Forschungsprojekt am Klinikum.
00:50:18: wenn man diesen Prozess dann voll automatisiert durchführen möchte also sozusagen diese Tätigkeit überhaupt nicht mehr der Pflege überlässt des Auseizelns gibt es sogenannte Unit-Dose Systeme Das sind Automaten.
00:50:33: die Tabletten in einzelne Plastiktüten verpacken.
00:50:37: Auf jeder Plastiktyte steht der Einnahmezeitpunkt, der Name des Patienten eventuell ein Strichcode über den der Patient identifiziert werden kann und man hat sozusagen eine patientenindividuelle Logistik das nicht mehr ganze Packungen auf die Stationen geliefert werden sondern wirklich die tägliche Medikation für einen Patienten direkt von der Apotheke ans Krankenbett geliefert wird.
00:51:04: Also das sind so Zukunft Visionen, die zum Teil schon im Einsatz sind in europäischen aber auch in österreichischen Krankenhäusern.
00:51:12: ein Forschungsprojekt dass gerade am Klinikum durchgeführt wird Und es gibt sozusagen viele Ansätze, wie man hier Digitalisierung, KI-Automatisierung nutzen kann.
00:51:22: Auch in der Herstellung!
00:51:23: Es gibt in einigen Apotheken, es gibt schon Roboter die diese Zubereitungen von onkologischen Therapien sozusagen übernehmen.
00:51:31: Es gibt Roboter, die andere Herstellungsschritte machen.
00:51:35: Der Vorteil natürlich – der Roboter hat diese Hautflora, der ist nicht besiedelt durch Keime und das Risiko ist wieder geringer, dass man hier das Produkt kontaminiert.
00:51:45: zusätzlich natürlich Personal, das in anderen Stellen wieder eingesetzt werden kann.
00:51:50: Hast du da Bedenken dass dein Job irgendwann nicht mehr benötigt wird?
00:51:53: oder gibt es Bereiche wo du sagst Da bleibt der Mensch unverzichtbar?
00:51:58: Also ich habe da absolut keine Bedenke vor allem wenn man sich die demografische Entwicklung anschaut, dass man sagt es wird in Zukunft immer mehr ältere Menschen geben, die nicht mehr in der Erwerbstätigkeit sind.
00:52:10: Deshalb sehe ich das eine chancelige Systeme zu nutzen weil wir sie in Zukunft auch brauchen werden.
00:52:17: aber hinter all diesen Systemen müssen natürlich Personen stecken und diese Systeme müssen von Personen bedient werden von dir der Basisausbildung haben und spezialisiertes Wissen und hohe Fachkenntnisse.
00:52:31: Zum Abschluss möchte ich euch alle noch um einen kurzen Gedanken bitten, was würdet ihr euch wünschen dass unsere Hörerinnen und Hörern nach dieser Folge über Krankenhausapothekerinnen und Krankenhaus-Apotheker mitnehmen?
00:52:44: dass es die Krankenhausapotheker wirklich gibt.
00:52:46: Es ist keine Geschichte, es gibt sie wirklich und das haben viele Krankenhaus-Apotheker genug Arbeit und werken den ganzen Tag damit die Versorgung der Patienten mit den Medikamenten in den Krankenhäusern sichergestellt ist auf die verschiedensten Arten und Weisen von der Sicherheit bis zur Verfügbarkeit.
00:53:05: In den englischsprachigen Ländern gehören Apothekerinnen schon lang fix zum Behandlungsteam auf den Stationen Und da in unseren Anfangszeiten machten Kolleginnen auch ihre Ausbildungen in Australien, in England und in Shortland.
00:53:19: In Kanada weil die einfach die klinische Pharmazie schon viel länger etabliert haben.
00:53:23: Und es gibt jetzt auch in Deutschland die sogenannte DIWI das ist die Gesellschaft für Intensiv-und Notfallmedizin.
00:53:29: Die fordern auch Apotheker direkt auf der Intensifstation und zwar pro dreißig Betten einen Apothekar der in Vollzeit zur Verfügung steht.
00:53:38: Könnte man überhaupt so viele zur Verfügung stellen?
00:53:40: Wir können sie ausbilden.
00:53:42: Apotheker sind ein engagiertes Volk und das werden wir schaffen.
00:53:46: Wichtig mitzunehmen ist, dass es einen Unterschied gibt zwischen Krankenhausapotheken und öffentlicher Apotheke, dass wir keinen Verkauf für Private anbieten.
00:53:55: Wir verkaufen keine Medikamente.
00:53:57: Wir sind Teil der Krankenhausversorgung und schauen, dass die stationären Patientinnen und Patienten versorgen und rund um die Uhr für sie erreichbar sind.
00:54:08: Und gerade im Bereich der klinischen Pharmazie denke ich, dass es sinnvoll wäre hier ein Bewusstsein zu schaffen.
00:54:15: Dass man entsprechende personelle Ressourcen zur Verfügung stellt.
00:54:19: Hier gibt's zum Beispiel eine Empfehlung zur Erhöhung der Arzneimittelsicherheit von der österreichischen Gesellschaft für Sicherheit und Qualität in Gesundheitswesen die Nullkomma-Fünfundsiebzig Apothekerdienstbosten für hundert Spitalsbetten vorsieht.
00:54:37: Das ist ein guter Richtwert, der auf internationalen Erfahrungen aus anderen Ländern basiert um wirklich jeden Patienten individuell hinsichtlich seiner Arzneimitteltherapie beraten zu können und die Therapie entsprechend optimieren zu können.
00:54:54: weil eines muss einem bewusst sein circa fünf bis sieben Prozent aller Spitalsaufenthalte sind aufgrund von unerwünschten Arzneimittelwirkungen, weil Patienten zum Beispiel Medikamente falsch einnehmen oder es zu Doppelverordnungen kommt oder zu Verordnung ohne Indikation und diese unerWünschte Ereignisse könnten durch einen entsprechenden Einsatz von klinischen Pharmazeuten vermieden werden.
00:55:21: Alexandra, wie siehst du das von der anderen Seite aus der öffentlichen Apotheke?
00:55:25: Ich
00:55:25: sehe es ja ein bisschen von einer anderen Seite von der öffentliche Apotheker.
00:55:28: Aber das war eben auch die Idee von mir immer wieder in Gesprächen wenn ich die Kolleginnen triffe.
00:55:33: Ich wollte einfach bekannt machen Es gibt dann noch mehr als nur die Damen im weißen Mantel die in der öffentlicher Apotheken stehen Und ich habe da eben letztes Mal mit der Christine gebraut und die Christine hat dann gesagt, naja.
00:55:47: Die Patienten im Krankenhaus glauben ja oft auf die Tablette, fällt an ihr Krankenbett mehr damit er vom Himmel keine Ahnung woher das wirklich kommt und was für Prozesse dahinterstehen?
00:55:58: Ich denke das haben wir heute ein bisschen beleuchtet!
00:56:00: Gut, Krankenhausapothekerinnen und Krankenhauserpotheker arbeiten meist im Hintergrund.
00:56:06: Heute haben wir gehört wie vielfältig ihre Arbeit ist und warum sie für eine sichere Versorgung im Krankenhaus unverzichtbar sind.
00:56:14: Vielleicht denke ich dir beim nächsten Krankenhausaufenthalt daran dass hinter jeder Tablette, jeder Infusion oder jeder Arzneimitteltherapie ein ganzes Team steht!
00:56:23: Und das Krankenhaus-Apothekerinnen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Medikamente sicher, wirksam und genau dort ankommen wo sie gebraucht werden.
00:56:33: Danke euch für die spannenden Einblicke!
00:56:35: Vielen Dank!
00:56:36: Dankeschön!
00:56:37: Danke das ich meinen Herzensnema hier herbringen hab dürfen!
00:56:40: Gerne uns danke fürs zuhören bis zum nächsten mal und gerne auch den steirischen Apotheken-Podcast abonnieren damit ihr keine weitere Folge verpasst.
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